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Startschwierigkeiten: Mitunter will das Tier nicht so, wie es soll. Das Beispiel von einem Ochsenrennen aus Haunshofen zeigt dies eindrucksvoll.

Wallgauer sollen drauf verzichten

Tierschützerin: Ochsen werden bei Rennen gequält

Wallgau - Ein Ochsenrennen ist eine „ausgelutschte Idee“. Das zumindest findet Mechthild Mench vom Verein „Animal 2000“. Sie fordert die Wallgauer auf, 2016 auf diesen Wettkampf zu verzichten.

Mittlerweile ist Mechthild Mench den Briefwechsel mit Landkreis-Gemeinden schon gewohnt. Vor knapp einem Jahr wetterte die Frau vom Münchner Verein „Animal 2000 - Menschen für Tierrechte Bayern“ gegen das Ochsenrennen in Hofheim. Nun nimmt sie sich das geplante Spektakel in Wallgau vor. „Feuerwehrfest ja! - aber bitte ohne Ochsen“, lautet der Titel der Presse-Erklärung. Darin wird auf ein Schreiben an den Feuerwehr-Kommandanten und Chef-Ochserer Johann Holler verwiesen. Darin heißt es unter anderem: „Wir setzen uns seit Jahren gegen diese Veranstaltungen ein, bei denen Ochsen oft gequält und mit Sicherheit immer verhöhnt werden.“ Weiter meint die Tierschützerin: „Kinder lernen von solchen Veranstaltungen ohnehin nur, dass Tiere nicht etwa mitfühlende Mitgeschöpfe sind, sondern wie gefühllose Gegenstände behandelt werden dürfen.“

Etwas „weltfremd“ findet der Adressat diese Argumentation. „Lächerlich gemacht wird höchstens der Reiter“, betont Holler. Er und seine Freunde von der Feuerwehr wollen bekanntlich 2016 das 125-jährige Bestehen ihres Vereins mit einem Ochsenrennen in der Witter feiern. Doch das geht „Animal 2000“ gegen den Strich. „Ein Ochsenrennen ist eine ausgelutschte Idee“, wettert Mench. Ihr Alternativvorschlag: Ein Kostümwettbewerb, bei dem Menschen als Ochsen herumlaufen. „Das erhöht den Gaudifaktor ungemein.“

Zumal Rinder weder Renn- noch Reittiere seien. „Die Tierschützer mussten bei vergangenen Veranstaltungen oft feststellen, dass die Tiere mit Stockschlägen, schmerzhaften Schwanzverdrehen oder Tritten ,überzeugt‘ werden mussten.“

So etwas wird es in Wallgau nicht geben - versichert Organisator Holler. „Wenn der Ochs will, dann läuft er, wenn nicht, dann läuft er eben nicht.“ Zudem werden wie auch andernorts keine Zügel, sondern Bauchriemen verwendet. Gleichzeitig verweist der Kommandant auf die Auflagen des Landesamts für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit. In 22 Punkten wird darin von Veterinären klar festgelegt, welche Spielregeln im Umgang mit den Ochsen eingehalten werden müssen. Beispielsweise muss gewährleistet sein, dass die Vierbeiner gesund sind, ausreichend Futter und Wasser erhalten, keine Schmerzen erleiden und dass keine Treibhilfen zum Einsatz kommen. Wie Beispiele von anderen Ochsenrennen zeigen (Hofheim), werden diese Vorgaben von Veterinäramts-Vertretern vor Ort geprüft.

csc

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