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In den Untergrund gestiegen: Ein Arbeiter in einem Abwasserkanal.

Sanierung der Abwasserkanäle in Ohlstadt

Kanal in Ohlstadt: Rohrbrüche kosten viel Geld

Die Gemeinde Ohlstadt wird in den kommenden Jahren ordentlich Geld in die Hand nehmen, um das Kanalnetz zu sanieren. Los geht’s im Gebiet Buchenried/Bahnhof.

Ohlstadt – Die Bilder, die Franz Kühr vom Büro Wipflerplan im Ohlstädter Rathaus-Sitzungssaal an die Wand wirft, sprechen eine deutliche Sprache. Risse im Abwasserkanal sind da zu erkennen, Rohrbrüche und Deformationen. Kühr redet nicht lange herum: „In manchen Kanälen besteht dringender Handlungsbedarf.“ 40 bis 50 Jahre hat das Netz in Ohlstadt inzwischen auf dem Buckel. Größere Sanierungen fanden offenbar nie statt.

Die Gemeinde will das Thema jetzt angehen. „Wir haben das zu stemmen“, betont Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) in der Sitzung der Volksvertreter. Denn der Kanal sei eine Pflichtaufgabe der Kommune. „Wir kommen nicht drum herum.“ Der erste Bereich, der untersucht wurde, ist der Ortsteil Buchenried sowie das Bahnhofsgebiet. Die dortigen Hauptkanäle sind 6,7 Kilometer lang, die Anschlussleitungen etwa 3,4 Kilometer.

Die geschätzten Sanierungskosten allein für diese Gegend liegen bei 800 000 Euro brutto. Die Gemeinde will das Projekt auf zwei Jahre splitten, 2019 und 2020. „Dann sollte das gut funktionieren“, sagt Scheuerer. Auf den Bürger werden wohl Ausgaben zukommen. Denn rund zehn Prozent der Sanierungskosten der Anschlussleitungen können dem jeweiligen Grundstückseigentümer in Rechnung gestellt werden. In der besagten Zone 1 Buchenried/Bahnhofsgegend summiert sich der Betrag auf insgesamt etwa 20 000 Euro. Ob die Gemeinde die Gebühren erhöhen wird, vermag Rathauschef Scheuerer auf Tagblatt-Nachfrage nicht zu sagen. Das sei ein „großes Fragezeichen. Wir müssen schauen, was genau auf uns zukommt“. Die Schäden in den anderen Bereichen seien noch nicht bekannt.

Das gängigste Sanierungsverfahren ist das so genannte Schlauchlining. Dabei wird ein mit Kunstharz getränkter Kunststoffschlauch in den Kanal eingezogen oder eingestülpt, der anschließend aushärtet.

Warum es zu den Schäden gekommen ist, konnte Fachmann Kühr nicht genau sagen, er wolle nicht spekulieren. Aber zum Teil werde es wohl „zu viel Druck von oben“ gegeben haben, also durch Fahrzeuge.

In der nächsten Sitzung Anfang März will der Gemeinderat weitere Planungsleistungen vergeben. In der Folge soll dann die Ausschreibung starten. Der erste Bauabschnitt ist für die zweite Jahreshälfte 2019 anvisiert.

Diplom-Ingenieur Kühr hat das Ohlstädter Netz in drei Bereiche aufgeteilt. Sollten die Schäden in den anderen zwei Gebieten ähnlich groß sein, lägen die Kosten unterm Strich bei 2,4 Millionen Euro. Zehn Jahre Zeit hat sich die Gemeinde genommen, um die Kanäle auf Vordermann zu bringen. Danach beginnt der Kanal-Check von vorn. Denn es gibt die gesetzliche Vorgabe, alle zehn Jahre das Netz zu prüfen.

Roland Lory

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