+
Südlich der  Ohlstädter Station könnte es Änderungen geben.

Debatte über Projekt entbrannt

Bahnhof Ohlstadt: Anwohner warnt vor Verkehrschaos

In der Ohlstädter Ortspolitik wird darüber debattiert, Radlständer am Bahnhof zu versetzen. Ein Anwohner ist von diesen Überlegungen gar nicht begeistert. Er befürchtet „ein Vielfaches des bisherigen Unfallrisikos“.

Ohlstadt – Die Ohlstädter Kommunalpolitiker haben das Thema Bahnhof schon länger auf dem Tisch liegen. Vor fünf Jahren leisteten sie erheblichen, wenn auch letztlich nicht sehr erfolgreichen Widerstand gegen die Pläne der Deutschen Bahn (DB) für den Umbau. 2016 stimmten die Mandatsträger einem Antrag eines Investors zu. Dieser wollte das Gebäude umgestalten und erweitern.

Auch mit einem Antrag der CSU-Fraktion, das Areal aufzuwerten, haben sich die Räte schon mehrfach befasst. Die Christsozialen schlagen unter anderem vor, den weitgehend ungenutzten Fahrradständer im Norden der Anlage nach Süden zu versetzen und die dadurch frei gewordene Fläche zum Parken zu verwenden. Doch unter den Anliegern gibt es welche, die damit erhebliche Bauchschmerzen haben. Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) verlas im Gemeinderat ein entsprechendes Schreiben, das auch dem Murnauer Tagblatt vorliegt.

Der Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte, skizziert den aktuellen Zustand an der Loisachstraße wie folgt: „Insbesondere in der Früh und am Mittag, wenn die ,Mama-Taxis‘ in der engen Kurve im Halteverbot, teils auf dem Fußweg, teils auf der Straße (bis zu zehn Stück) stehen, Fußweg, Ein- und Ausfahrten blockieren, ergibt sich ein erhebliches Gefahrenpotential.“ Der Anlieger warnt davor, dass durch ein Versetzen des Radständers an den Bahnsteigzugang in der unübersichtlichen Kurve „nicht nur ein zusätzliches Chaos, sondern auch ein Vielfaches des bisherigen Unfallrisikos“ entstehen würde. 

Ein zusätzlicher Unterstand in dem besagten Bereich bedeutet aus Sicht des Bürgers, „dass Wartehäuschen und Fahrradunterstand aufgrund des dort verbreiterten Bahnsteigs direkt Rücken an Rücken stehen werden und damit einen äußerst massiven Eindruck hinterlassen.“ Zudem könne der Abhol- und Bringdienst der Ohlstadtklinik und des Hotels Alpenblick diesen Bereich kaum mehr nutzen. „Von einer ,Verschönerung‘ kann deshalb nicht die Rede sein.“ Auch ein paar Bäume müssten weichen. Der Anlieger bezweifelt, dass ein Versetzen der Konstruktion die Sache wert ist, „nur um eventuell sieben bis zehn Schülerfahrrädern einen Unterstand zu bieten“. Rathauschef Scheuerer fand, dass der Verfasser des Schreibens „im Großen und Ganzen nicht ganz Unrecht“ habe.

In der Sitzung ging es aber nicht nur um die Verkehrsproblematik, sondern auch um das Thema öffentliche Toilette. Eine solche gibt es derzeit am Bahnhof nicht. Der erwähnte Anlieger hält ein WC für sinnvoll. Die Leute erleichtern sich offenbar gern mal in den umliegenden Flächen. Nikolaus Zach (BVO) warnte allerdings davor, eine öffentliche Toilette zu realisieren. Der Grund: Er befürchtet Vandalismus. „Die geht drei Mal im Jahr kaputt.“ Und wenn das WC dreckig sei, werde es nicht angenommen. Christian Binder (CSU) meinte, eine Toilette „ist mit Sicherheit nicht verkehrt, aber wohin?“ Das Bahnhofsgebäude hält er im aktuellen Zustand für „abschreckend hoch zehn. Es ist leider in privater Hand“. Scheuerer konnte nicht sagen, ob das 2016 vom Rat abgesegnete Konzept vom Eigentümer noch weiterverfolgt wird. „Vielleicht können wir zusammen etwas entwickeln.“

Das Thema Radständer und WC wird die Volksvertreter noch weiter beschäftigen. Verschiedene Varianten sollen geprüft werden. Und die Verwaltung will auch schauen, ob Mittel aus dem Topf der Städtebauförderung fließen könnten.

Roland Lory

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ehefrau schlägt Alarm: Mann kehrt nicht aus Staffelsee zurück - nun gibt es die traurige Gewissheit
Eine Vermisstensuche am Staffelsee hielt am Freitag Rettungskräfte in Atem. Von einem älteren Urlauber fehlte jede Spur. Nun ist das Schicksal des Mannes traurige …
Ehefrau schlägt Alarm: Mann kehrt nicht aus Staffelsee zurück - nun gibt es die traurige Gewissheit
Forst-Dreikampf: Nichts für schwache Männer
Die körperliche Anstrengung war den Männern ins Gesicht geschrieben. Die Teams gaben alles beim Forst-Dreikampf auf der Partenkirchner Festwoche. „Ziachts durch …
Forst-Dreikampf: Nichts für schwache Männer
Tödlicher Absturz an der Alpspitze: Für Urlauber (68) kommt jede Hilfe zu spät
Gut 100 Meter ist ein Urlauber am Freitag vom Ostgrat der Alpspitze in die Tiefe gestürzt. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des 68-Jährigen feststellen.
Tödlicher Absturz an der Alpspitze: Für Urlauber (68) kommt jede Hilfe zu spät
Aktiv gegen das Bienensterben: Gemeinden bekommen Belohnung
Den Artenverlust stoppen, Bienen retten - eine wichtige Aufgabe. Engagieren sich Gemeinden, werden sie mit Preisgeld und Titel vom Bezirk Oberbayern belohnt. 
Aktiv gegen das Bienensterben: Gemeinden bekommen Belohnung

Kommentare