Dabei kann man damit Leben retten

Mangel an Blutspendern

Es ist mittlerweile eine schwierige Sache: In vier Dörfern tut sich das BRK hart, ausreichend Bürger zu aktivieren, die zum „Abzapfen“ kommen.

Ohlstadt – In den größeren Landkreis-Orten sind die Blutspendetermine ausreichend gut besucht. Bei den kleineren wie Ohlstadt, Uffing, Grainau und Oberau hapert es hingegen etwas. Nun überlegt man, Termine zusammenzulegen. Michael Dieringer (NLO) sprach die Thematik in einer Sitzung des Ohlstädter Gemeinderats an. Demnach droht in seinem Dorf das Aus der Termine.

Beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) will man das so nicht bestätigen. Stefanie Sklarzik, Referentin für Unternehmenskommunikation, erklärt, dass stets ein Aufkommen von durchschnittlich 100 Spendern angestrebt werde. „Das bedeutet jedoch nicht, dass in der Fläche grundsätzlich alle Termine mit geringerem Aufkommen stillgelegt werden.“ Man entscheide jeweils auf Basis einer intensiven Einzelbetrachtung. „So ist das auch derzeit im Fall Ohlstadt.“ Bei den zuletzt drei Gelegenheiten pro Jahr lag man „leider zum Teil deutlich unter der geplanten Spenderanzahl“, sagt Sklarzik. Das angestrebte Ziel habe nie erreicht werden können. Im Schnitt kamen 60 Bürger zum „Abzapfen“ in die örtliche Grundschule.

Gemeinsam mit dem BRK-Kreisverband Garmisch-Partenkirchen organisiert der Blutspendedienst (BSD) neben Ohlstadt noch Termine in Bad Kohlgrub, Garmisch, Grainau, Mittenwald, Murnau, Oberammergau, Oberau, Partenkirchen und Uffing. Die Orte seien sehr unterschiedlich frequentiert, teilt Sklarzik mit. „Sie unterliegen, ebenso wie Ohlstadt, einer genauen Einzelbetrachtung. Denkbar wäre unter Umständen auch die Option, nahegelegene Terminorte zusammenzulegen.“

Entwicklung hin zum flexiblen Spender

Generell richtet der BSD seine Planung an den aktuellen Bedürfnissen und Gewohnheiten derjenigen aus, die ihr Blut zur Verfügung stellen. „Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen einen flexiblen Spender“, berichtet Sklarzik. Dieser engagiere sich nicht mehr nur an einem exklusiven Ort, sondern vermehrt an unterschiedlichen Stellen. „Eine sinkende Loyalität zum Heimatort als einzigem Spendeort ist erkennbar.“

Der BRK-Kreisverband möchte nach Angaben von Kreisgeschäftsführer Klemens Reindl mit allen Mitteln sämtliche Termine im Landkreis halten. „Durch gezielte und aktive Werbung in den jeweiligen Orten versuchen wir möglichst viele Spender anzusprechen und zur Blutspende zu animieren. Nur so können wir gemeinsam mit den vielen engagierten Ehrenamtlichen vor Ort die Vorgaben des Blutspendedienstes erreichen und die Terminorte stärken.“

Sollte es dazu kommen, dass welche zusammengelegt werden müssen, „werden wir auch aus dieser Möglichkeit das Beste machen“, betont Reindl. Ein solcher Schritt sei sinnvoller, als den BSD in wirtschaftlich schwieriges Fahrwasser zu steuern. „Wir werden im Falle des Falles sehr genau beobachten und analysieren, inwieweit Spendetermine in Nachbargemeinden von der Bevölkerung angenommen werden, also zum Beispiel Ohlstädter Bürger zum Spenden nach Murnau kommen.“ Gegebenenfalls wäre auch denkbar, dass das BRK zum Beispiel Fahrdienste organisiert, wenn dieses Angebot angenommen wird. „Zudem werden wir versuchen, zusammen mit dem Blutspendedienst immer wieder auch Orte, die bislang nicht bedient wurden, neu hinzuzugewinnen“, sagt Reindl. Ein Rückzug aus einer Gemeinde sei zudem nicht zwangsläufig endgültig.

Werbeaktion

Der BRK-Kreisverband plant für Juni eine große Kampagne für die Blutspende im Landkreis mit mehreren Aktionen, Anzeigen und öffentlichen Auftritten. Unter anderem will man am Weltblutspendetag (14. Juni) in der Garmischer Fußgängerzone präsent sein. Dabei sollen auch Freikarten für Konzerte in Elmau verlost werden.

Roland Lory

Rubriklistenbild: © dpa symbolbild

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