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Ein Ärgernis: In der Ohlstädter Hauptstraße dürfen zwar die Gehwege teilweise zum Parken genutzt werden. In der Praxis sind sie dann aber gleich – wie hier – nahezu komplett versperrt. 

Freistaat gewährt Finanzspritze

Entwicklungskonzept für Ohlstadt: Das sind die ersten Projekte

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Ortsentwicklungskonzepte klingen meist sehr spannend, enden aber häufig als Schubladenpläne. In Ohlstadt ist dies anders: Dort werden mit staatlicher Unterstützung zwei Projekte aus der reichhaltigen Ideen-Sammlung angepackt: ein Verkehrsgutachten und ein Skatepark.

Ohlstadt – Es war ein Kraftakt, ein städtebauliches Entwicklungskonzept für die Gemeinde Ohlstadt zu erstellen. Auch die Bürger waren an diesem Prozess aktiv beteiligt und konnten ihre Anliegen und Vorschläge einbringen. Vergangenes Jahr verabschiedete schließlich der Gemeinderat einstimmig das über 200 Seiten umfassende Papier, das eine Vielzahl an Zielen, Handlungsfeldern und möglichen Projekten für die kommenden Jahre aufzeigt. Im Fokus stehen dabei drei Bereiche: der Ortskern sowie die Areale am Bahnhof sowie am Schwimmbad. Das zentrale Anliegen bei allen Überlegungen: Der Charakter des rund 3200 Einwohner starken Dorfes am Fuße des Heimgartens soll erhalten bleiben.

An Ideen mangelt es nicht. Nur muss deren Realisierung auch finanzierbar sein. „Wir können nicht alles auf einmal umsetzen“, schränkt Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) auf Tagblatt-Nachfrage ein. Den Auftakt machen zwei völlig unterschiedliche Vorhaben.

Zum einen soll ein Experte damit beauftragt werden, ein Verkehrskonzept für den Ort zu erstellen – vor allem mit Blick auf den ruhenden und fließenden Verkehr im Dorfzentrum. Das zunehmende Aufkommen führt gerade an der Hauptstraße zu Problemen. Beispielsweise werden immer wieder die Gehwege komplett zugeparkt, so dass Fußgänger kaum mehr vorbeikommen oder auf die Straße ausweichen müssen. Für Menschen, die eine Gehbehinderung haben, einen Kinderwagen schieben oder im Rollstuhl sitzen, entstehen regelrechte Hindernisse. Für Scheuerer ist der Zustand „absolut unbefriedigend“. Dies werde auch im Gemeinderat so gesehen, erklärt er. Es gehe darum, den Verkehr in den Griff zu bekommen. Dazu erhoffe man sich wertvolle Tipps und Anregungen. „Wir gehen völlig ergebnisoffen damit um“, betont der Bürgermeister. Entscheidend sei, dass jetzt jemand von außen einen Blick auf das Ganze wirft.

Beim zweiten Vorhaben dreht sich alles um die Jugend. Auf einer gemeindlichen Fläche im Umfeld des Schwimmbads soll ein kleiner Skatepark entstehen. Solch eine Anlage steht offenbar ganz oben auf der Wunschliste der jüngeren Generation. „Wir haben eine ganz nette Skater-Szene“, erklärt der Rathauschef. Auf dem besagten Gelände befindet sich bereits eine selbstgebaute Mini-Rampe, die rege genutzt wird. Ein Fachmann soll sich nun Gedanken machen, welche Elemente noch hinzukommen können.

Für die Planungskosten dieser beiden Projekte gibt es eine kräftige Finanzspritze des Freistaats: 30 000 Euro fließen im Zuge des Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“. Dies erklärt das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr in einer Pressemitteilung. Die Initiative soll den ausgewählten Kommunen dabei helfen, Orte der Gemeinschaft aufzuwerten und damit die Lebensqualität in den jeweiligen Quartieren zu erhöhen. Geleistet werden soll ein Beitrag für eine soziale Entwicklung, die allen Bürgern zugutekommt. Allein in Oberbayern werden heuer 28 Städte und Gemeinden mit insgesamt rund 8,1 Millionen Euro unterstützt. Bemerkenswert: Ohlstadt ist die einzige Landkreis-Kommune, die im Rahmen der aktuellen Ausschüttung Geld aus diesem Topf erhält.

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