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Nicht ganz so kahl: Mit Vordach und Holzvertäfelung soll der Feneberg-Markt in Ohlstadt, anders als derjenige hier in Murnau, ausgestattet werden. Dieses Zugeständnis konnte der Gemeinderat Christof Feneberg abringen.

Vordach und Holzverschalung ein Muss

Lebensmittelmarkt in Ohlstadt: Feneberg macht Zugeständnisse

Das Verfahren zur Errichtung eines Lebensmittelmarktes an der Partenkirchner Straße in Ohlstadt ist einen großen Schritt vorangekommen: So konnte die Gemeinderäte gegenüber dem künftigen Betreiber Christof Feneberg in einer vierstündigen Marathonsitzung einige Zugeständnisse bringen.

Ohlstadt - Zufrieden zeigte sich Marktbetreiber Christof Feneberg aus Kempten am Donnerstagabend mit dem Verlauf der Sitzung. Er war zusammen mit Hans Schneider, Geschäftsführer der „Konzeptbau“, und Volker Kirtscher, Vorstand der „Arnold Consult AG“, eigens nach Ohlstadt gekommen, um Fragen der Gemeinderäte zu beantworten. Dass Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) und die Ratsmitglieder dem Unternehmer im Hinblick auf die Außengestaltung des Gebäudes einige Zugeständnisse abringen konnten, bezeichnete er gegenüber dem Tagblatt als einen „völlig normalen Vorgang“.

Die Sitzung selbst empfand Feneberg, der im weiteren Umkreis von Kempten 76 Lebensmittelmärkte betreibt, als „angenehm und ausgesprochen harmonisch“. Überhaupt gab sich der 51-Jährige humorvoll und gelassen. „Es gab ein paar Differenzen“, räumte er ein, „aber diese konnten in gegenseitigen Kompromissen gelöst werden. Ich finde, dass es richtig gut gelaufen ist. Man merkt, dass sich die Ohlstädter auf den Lebensmittelmarkt freuen.“

Anstoß genommen hatten die Ratsmitglieder Simon Sagmeister (BVO), Stefan Gaisreiter, Toni Schmuttermeier und Manfred Stenger (alle CSU) an der Entwurfsplanung, die kein Vordach vorsieht: „Das ist einfach ortsuntypisch“, lautete der Tenor. Dem stimmte auch Bürgermeister Scheuerer zu: „Es schaut ein bisserl amputiert aus“. Feneberg gab sich dazu moderat: „Bei uns zu Hause schauen die Häuser auch nicht anders aus als bei euch. Aber ich kann mir das Vordach vorstellen.“ Damit konnte auch Schneider leben: „Das ist keine Kostenfrage“. Demzufolge wird das Gebäude ein 50 Zentimeter breites Vordach erhalten. Auch die fensterlose, mit einem einheitlichen Brettermantel verkleidete Nordostseite des Marktes fand bei den Gemeindevertretern wenig Gefallen. So empfahl Richard Frombeck (CSU) eine „abgesetzte Holzverschalung, um eine horizontale Struktur hineinzubringen und sie optisch zu brechen“. Auch das akzeptierte Feneberg, der das Ganze sportlich sah, schmunzelnd: „Na gut, das wird gemacht. Jetzt steht es zwei zu null“.

In einer der zahlreichen, nach der ersten öffentlichen Auslegung des „vorhabenbezogenen Bebauungsplanes“ im Spätherbst vergangenen Jahres eingegangenen Stellungnahmen, forderte etwa das Wasserwirtschaftsamt Weilheim beispielsweise eine Versickerungsmulde für das Niederschlagswasser und einen Notüberlauf im Bereich des Kanals. Ratsmitglied Anton Fischer (NLO) befürchtete in diesem Zusammenhang eine Überlastung des Kanals bei Starkregen, was von Schneider und Kirtscher jedoch bestritten wurde.

Das Landesamt für Denkmalpflege sorgte sich indessen um einen Bildstock mit Fresko, der sich am Rande des 0,5 Hektar großen Baugeländes befindet. Eine Beeinträchtigung sei in dieser Hinsicht nicht zu erwarten, heißt es im betreffenden Beschluss, zumal mehrere Bäume den Bildstock säumten und nordöstlich davon eine Grünfläche als Ausgleichsmaßnahme entstünde.

Voraussichtlich im Frühjahr wird der Bebauungsplan mit den eingeflossenen Änderungen erneut ausgelegt, bevor er rechtskräftig verabschiedet werden kann.

Heino Herpen 

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