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Mit den Geehrten freuen sich Bürgermeister Christian Scheuerer (l.), Kreisbrandrat Johann Eitzenberger (2. v. r.) und Kreisbrandinspektor Herbert Maurus (r.): (v.l.) Gregor Steigenberger, Kommandant Christoph Gratz, Beisitzer Christian Fichtner, Lorenz Schretter, Vorsitzender Richard Gaisreiter, Josef Fischer, Josef Leis und Zweiter Kommandant Stefan Bader. 

Wer rückt bei der Feuerwehr nach? 

Feuerwehr Ohlstadt: Nachwuchs-Akquise wird immer schwieriger

Viele aktive Ohlstädter Feuerwehr-Leute arbeiten auswärts und stehen tagsüber nicht für Einsätze zur Verfügung. Und auch die Nachwuchs-Suche gestaltet sich als immer schwieriger.

Ohlstadt – Junge Menschen für den Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr zu finden, wird immer schwieriger. Seine Sorge um den Nachwuchs hat der Erste Kommandant der Ohlstädter Wehr, Christoph Gratz, bei der Jahresversammlung im Gerätehaus in den Mittelpunkt seines Berichts gestellt. Ein großes Problem ist laut Gratz, dass zahlreiche aktive Mitglieder auswärts arbeiten und somit bei Einsätzen tagsüber nicht zur Verfügung stehen: „Dann bekommen wir höchstens eine Mannschaft für eines unserer drei Fahrzeuge zusammen.“ Mit gegenwärtig 61 Mann seien die Ohlstädter nach seiner Meinung zwar nicht schlecht aufgestellt: „Aber bei 3246 Einwohnern sind das nur 1,88 Prozent der Bevölkerung“, gab der Kommandant zu bedenken. „Blickt man in die Zukunft, werden wir in den nächsten Jahren den einen oder anderen altersbedingten Abgang bekommen. Es müsste aber dank unserer Jugendfeuerwehr machbar sein, diese Abgänge aufzufüllen.“

Diese elf Personen starke Truppe hatte bei ihrem obligatorischen 24-Stunden-Tag Anfang Juni eine Ölspur zu beseitigen, einen (simulierten) Verkehrsunfall, einen Flächen- und einen Großbrand in einem Sägewerk sowie eine Hubschrauberlandung bei Nacht abzuarbeiten.

Insgesamt sei 2017 ein „ganz normales Jahr“ für ihn und seine Leute gewesen, so Gratz’ Bilanz. Bei insgesamt 2525 Arbeitsstunden hatten die Männer 51 Einsätze und 85 Übungen absolviert. Als Beispiele führte Gratz unter anderem eine Großübung an der Grundschule sowie eine weitere am ehemaligen Armenhaus auf. Unter realistischen Bedingungen wurde im Brandhaus in Würzburg und im Brandcontainer in Bad Aibling der Ernstfall geprobt.

Die Nachwuchssorgen des Kommandanten griff Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer (parteilos) auf: „Es kommt letztendlich nicht darauf an, wie viel Prozent der Bevölkerung dabei sind, sondern wie viel Prozent der Aktiven wirklich aktiv sind. Meiner Meinung nach sind wir recht gut bestückt.“ Auch Kreisbrandrat Johann Eitzenberger zeigte sich mit dem Zustand der Wehr mehr als zufrieden. Aber: „Wir können nur dann die Aktiven halten und neue dazu gewinnen, wenn wir ein qualitativ hochwertiges Angebot haben. Wir müssen bei der Ausbildung Anreize schaffen“, empfahl der oberste Feuerwehrmann im Landkreis. Die Kameradschaft sei das tragende Element der Wehren.

Auf die Einsätze der Ohlstädter ging Schriftführer Andreas Geiger ein. So galt es unter anderem, bei mehreren Verkehrsunfällen Hilfe zu leisten, einen Küchenbrand zu löschen und nach einem Sturm im Juli Bäume von der Staatsstraße 2062 zu entfernen. Weiter sei die Wehr zu einer Personenrettung in der Weichser Straße gerufen worden. Erster Vorsitzender Richard Gaisreiter ließ Veranstaltungen des Feuerwehrvereins Revue passieren.

Heino Herpen

Ehrungen

Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold für 40 Jahre aktiven Dienst: Josef Fischer (er erhielt zudem einen Gutschein für einen einwöchigen Aufenthalt für zwei Personen im Feuerwehr-Erholungsheim in Bayerisch Gmain); Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre: Stefan Bader, Lorenz Schretter; Urkunde für 15-jährige Tätigkeit als Beisitzer: Christian Fischer; 25-jährige Mitgliedschaft im Verein: Stefan Bader, Lorenz Schretter und Gregor Steigenberger.

Ein Erinnerungs-Sonderabzeichen des Landkreises Garmisch-Partenkirchen bekamen Feuerwehrmänner, die beim G-7-Gipfel 2015 im Einsatz waren: Stefan Bader, Richard Gaisreiter, Franz Geiger, Michael Hägle, Stefan Hoiß, Josef Leis, Josef Leis junior, Josef Lidl, Klement Mangold, Matthias Bader und Christoph Gratz.

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