Einmietbetrüger auf Einbruchstour

Ganoven halten Ohlstadt in Atem

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Ganz schön dreist: Zwei Männer haben in Ohlstadt ihr Unwesen getrieben. Einer der beiden Übeltäter sitzt bereits im Gefängnis. 

Ohlstadt – Dieser Fall ist derzeit in Ohlstadt Gesprächsthema Nummer eins – und sorgte bei einigen Bewohnern für Verunsicherung. Das beschauliche Dorf am Fuße des Heimgartens wurde kürzlich von zwei Kriminellen aus Osteuropa heimgesucht, die ein filmreifes Ganovenstück ablieferten. Es geht um falsche Kreditkartendaten, Einmietbetrug und eine nächtliche Einbruchstour. Zum Glück wurden die Übeltäter geschnappt, einer sitzt bereits in Stadelheim.

Der Reihe nach: Das Ganze begann, wie die Murnauer Polizei jetzt auf Tagblatt-Nachfrage erklärte, bereits Anfang Juni. Ein 30-jähriger Litauer und ein 42-jähriger Weißrusse mieteten eine luxuriöse Ferienwohnung in der Alpspitzstraße an. Angeblich wollten sie dort den ganzen Monat bleiben. Die Kosten für die Herberge: mehrere tausend Euro. Der Weißrusse, der als Geschäftsmann auf Urlaubsreise auftrat, gab zur Bezahlung Daten einer Kreditkarte an – eine im Online-Handel übliche Methode. Doch der Vermieter, ein 42-jähriger Murnauer, erlebte sein blaues Wunder: Denn das zuständige Geldinstitut wies die Abbuchungen als nicht genehmigt zurück. Daraufhin verständigte der Geprellte die Polizei. Diese geht davon aus, dass die besagten Daten im Internet gekauft wurden. Die Karte wurde bereits öfters unrechtmäßig verwendet. 

Behauptung des Weißrussen überzeugt Polizei nicht

Auf den Weißrussen kommt ein Strafverfahren wegen Einmiet- und Kreditkartenbetrugs zu. Seine Behauptung, es handle sich um die Karte eines Geschäftsfreundes, überzeugt die Polizei nicht. „Diese Aussage ist mehr als unglaubwürdig“, sagt der zuständige Ermittlungsbeamte. Wie dem auch sei: Der Weißrusse befindet sich mittlerweile wieder auf freiem Fuß – und der Vermieter hat noch keinen Cent gesehen.

Doch es kommt noch dicker: Denn fast parallel dazu, in der Nacht auf den vergangenen Donnerstag, begab sich der Litauer im sturzbetrunkenen Zustand in der Nachbarschaft der Ferienwohnung auf Einbruchstour. Durch eine Balkontür gelangte er in einem Mehrfamilienhaus in eine Wohnung. Möglicherweise war der 30-Jährige gar nicht auf Wertgegenstände aus. Er bediente sich nämlich „nur“ in der Küche, ließ Nahrungsmittel und Getränke mitgehen, etwa Weinflaschen, Marmelade und Kaffee. Auf dem Balkon nebenan versuchte er ebenfalls sein Glück, doch eine aufgewachte Bewohnerin verscheuchte ihn durch lautes Schreien.

Litauer hinter schwedischen Gardinen

Unglaublich: Während die Polizei diese beiden Fälle aufnahm, schlug der Litauer eine Straße weiter zum dritten Mal zu, blieb allerdings auch hier erfolglos, weil ihm Bewohner in die Quere kamen. Die Beamten erwischten den Einbrecher kurz darauf auf dem Nachhauseweg und nahmen ihn fest. Er sitzt jetzt hinter schwedischen Gardinen.

Unklar ist, ob die Ganoven schon öfters ihr Unwesen trieben. Das Vorgehen bei den Einbrüchen trägt jedenfalls nicht die Handschrift eines Profis. In der Vergangenheit waren die beiden auch kaum aufgefallen. Lediglich der Litauer hat einen Ladendiebstahl auf dem Kerbholz.

Rubriklistenbild: © dpa symbolbild

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