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Freuen sich auf den Start: die neuen Pächter Florian und Izabella Spiegelberger. 

Wirtsstube wurde saniert

Gestüt Schwaiganger: Landgasthof hat neue Pächter - sie sind in der Region bekannt

  • Andreas Mayr
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Vom Ammertal nach Schwaiganger: Izabella und Florian Spiegelberger, die früheren Pächter des Altenauer Dorfwirts, sind die neuen Wirte des Landgasthofs Herzogin Anna auf dem Gestüt Schwaiganger. Am Montag läuft der Biergarten-Betrieb an.

Schwaiganger – Sie hätten auch nach Tyrlaching gehen können. In den Gasthof, 20 Minuten von Burghausen entfernt, der im Internet so fleißig beworben wird. Aber dann kam dieser Anruf aus dem Gestüt Schwaiganger. Verwaltungsleiter Manfred Lanz war dran, und der erzählte nicht nur von Pferden und Bergen, sondern vor allem vom Gestüts-Wirtshaus, das Gasthof Herzogin Anna heißt, renoviert werden soll und für das er einen Pächter sucht. Izabella und Florian Spiegelberger fuhren hin. Die früheren Wirtsleut’ des Altenauer Dorfwirts haben sich davor und danach noch einige weitere Häuser angesehen. „Aber das war das erste und einzige, bei dem wir beide gesagt haben: Das ist es.“, betont Florian Spiegelberger.

Acht Monate sind vergangen. Am Montag öffnet das Ehepaar den Biergarten, eine Woche später das sanierte Lokal. Izabella Spiegelberger sagt bereits jetzt: „Ich will hier nicht mehr weg.“ Die beiden wohnen auch auf dem Anwesen, das dem Freistaat Bayern gehört. Luxus nennt es die Wirtin: „Ich fühle mich wie eine Prinzessin.“ Schreiner, Schlosser, Sattler – gibt es alle auf dem Gestüt, das Florian Spiegelberger an ein kleines Dorf erinnert. Umgeben ist das Areal von Bäumen, Wanderwegen und Bergen, womit das Konzept für diese bayerische Gaststätte quasi festgelegt ist. „Wir sind ein Ausflugslokal“, betont der Betreiber. Auf der Speisekarte soll ein großes Brotzeit-Angebot stehen, Gäste dürfen aber auch ihren eigenen Proviant mitbringen und im Biergarten, dem Herzstück des Gasthauses, verzehren. „Der Biergarten ist so groß und so nett“, betont Florian Spiegelberger.

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70 Plätze im Restaurant, 200 im Biergarten

Geplant hat das Ehepaar einen Musikantenstammtisch (am ersten Donnerstag jeden Monats), Frühschoppen am Sonntag, Live-Musik und Grillaktionen an manch anderen Sommerabenden. Gekocht wird – so gut das geht – regional. Wild, Murnau-Werdenfelser Rind, Milch aus Unterammergau, Semmeln aus Großweil – „das wollen wir ausbauen“, betont der Wirt. Etwa 70 Plätze (ohne Corona-Beschränkungen) bietet das Lokal, 200 der Biergarten.

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Für den Umbau des staatlichen Objekts hat man viel Geld investiert. Wie viel, möchten die Verantwortlichen nicht sagen. Dem Vernehmen nach dürfte es eine niedrige sechsstellige Summe gewesen sein. Nach neuen Pächtern hatte man seit Längerem gesucht. Evi und Bernhard Heinlein hatten das Lokal Ende Oktober 2018 nach elf Jahren zunächst geschlossen und in der Saison 2019, weil sich kein Nachfolger gefunden hatte, nur an Wochenenden, Feiertagen und für größere Veranstaltungen geöffnet. Nach den Gesprächen mit Bewerbern habe man sich beschlossen, „dass man mehr machen muss“, sagt Lanz. Die neue Wirtsstube ist im Münchner Stil gehalten, dunkles Holz, das Wärme ausstrahlt. Wesentliche Veränderungen hat der Denkmalschutz nicht zugelassen. Aber eine Rundum-Modernisierung samt Toiletten hat sich das Gestüt geleistet. „Kein Spielereien“, betont Lanz. Beim Umbau waren viele heimische Betriebe beschäftigt, die Werdenfelser Werkstätten etwa bauten Sitzbank und Tische. Alles in zweieinhalb Monaten. „Ein knackiger Zeitrahmen“, sagt der Chefverwalter. „Aber es hat super geklappt.“ Für das Gestüt sei es „ein Traum, ein Ehepaar, eine Familie“ zu finden, die die Gastronomie übernimmt, sagt Leiterin Cornelia Back. Das Wirtshaus dient dem Anwesen und seinen Mitarbeitern als Kantine. Für sie planen die Spiegelbergers eine Mittagskarte.

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Crashkurs Pferd steht an

Über fünf Jahre managten sie den Dorfwirt in Altenau. In den Wochen nach dem Abschied habe sie aber schon gemerkt, „dass wir ein bissl ausgebrannt waren“, sagt Izabella Spiegelberger. Trotzdem blieben sie in der „harten Branche“. Das neue Lokal hat sie auf allen Ebenen überzeugt. „Nicht zu groß, nicht zu klein und ein pures Wirtshaus“, sagt die Pächterin.

Zu Beginn arbeiten sie und ihr Mann alleine – gelegentlich mit Hilfe von Freunden und Familie. Ein „Crashkurs Pferd“ steht demnächst auch noch an, wo sie doch nun auf dem Gestüt leben. Izabella Spiegelbergers Ziel für die Zukunft: „in zwei Jahren auf einem Pferd zu sitzen.“

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