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Übernimmt bald ein neuer Pächter? Aktuell ist der idyllisch gelegene Landgasthof Herzogin Anna auf dem Gestüt unter der Woche geschlossen.

Gaststätte des Gestüts Schwaiganger soll neu verpachtet werden 

Herzogin Anna: Wirte aus der Region wollen angeblich einsteigen

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Die Suche nach einem neuen Pächter für die Gaststätte des staatlichen Gestüts Schwaiganger gestaltete sich schwierig. Nach rund elf Monaten könnte in der kommenden Woche eine Entscheidung fallen. Offenbar interessieren sich gestandene Wirte aus der Region für den Landgasthof Herzogin Anna.

Schwaiganger – Die Hauptsaison nähert sich dem Ende. Im Sommer gilt das Gasthaus Herzogin Anna mit Biergarten auf dem Haupt- und Landgestüt Schwaiganger als geschätztes Ausflugslokal. Doch heuer läuft bislang alles etwas anders. Unter der Woche bleibt der Herd in der Regel kalt, die Gaststätte geschlossen. Für Wochenenden, Feiertage und größere Veranstaltungen kehren derzeit noch die alten Pächter Bernhard und Evi Heinlein zurück. Ihr Vertrag, sagt Evi Heinlein, laufe bis Ende 2019; man müsse finanziellen Verpflichtungen nachkommen. Die begrenzten Öffnungszeiten sieht sie als „Möglichkeit der Verlustminderung“. Kräftemäßig, sagt Evi Heinlein, „geht es eigentlich nicht mehr“.

Deshalb hatte sie mit ihrem Mann die Herzogin Anna Ende Oktober 2018 und damit weit vor Vertragsablauf nach elf Jahren erst mal geschlossen. Die Immobilien Freistaat Bayern, zuständig für die Verwaltung der landeseigenen Objekte, hatte den denkmalgeschützten Gasthof bereits Ende September 2018 zur Verpachtung ausgeschrieben, lange ohne Erfolg. Die Bedingungen wurden zwischenzeitlich geändert. Vom Monats-Mindest-Mietpreis in Höhe von 2000 Euro ist man abgerückt, will „gegen Gebot“ verpachten. Die Vertragsdauer, einst mit fünf Jahren angegeben, soll wegen anstehender umfangreicher Sanierungen „auf Verhandlungsbasis“ festgelegt werden.

Mittlerweile ist Bewegung in die Suche gekommen. „Derzeit finden Bietergespräche zur Verpachtung der Gaststätte statt“, sagt Dieter Knauer, Geschäftsführer von Immobilien Freistaat Bayern. Über das laufende Auswahlverwahren könne man keine näheren Auskünfte geben. Knauer räumt ein: „Es ist nach wie vor sehr schwierig, geeignete Gastwirte für eine Gaststätte auf dem Land zu finden.“ Doch die Verantwortlichen scheinen Licht am Ende des Tunnels zu erkennen: Manfred Lanz, Verwaltungsleiter des Gestüts, hofft und geht auch davon aus, dass „nächste Woche eine Entscheidung fällt“. Man habe dabei eine Auswahl.

Gerüchten zufolge wollen gestandene Wirte aus der Region Murnau gemeinsame Sache in Schwaiganger machen. Einer, der mit im Boot sitzen soll, hält sich auf Tagblatt-Anfrage bedeckt, will nicht über „ungelegte Eier“ sprechen oder gar seinen Namen in der Zeitung lesen. Dieser scheint jedoch in dem Zusammenhang nicht ganz aus der Luft gegriffen zu sein.

Lanz ist froh, wenn diese Personalie feststeht. Die gastronomische Versorgung auch unter der Woche sei „sehr wichtig“. In Schwaiganger herrscht reger Lehrgangsbetrieb, Teilnehmer und Mitarbeiter aßen in der Vergangenheit in der Gaststätte, auch Personal von Firmen im Umkreis nutzte diese für den Mittagstisch. Dazu kommen Gestütsbesucher, Beteiligte am Turnierbetrieb und sonstigen Veranstaltungen.

„Das ist ein schönes Objekt, aber auch kein einfaches“, fasst Evi Heinlein ihre Erfahrungen zusammen. Momentan stemmt sie den tageweisen Betrieb mit ihrem Mann allein – ohne Bedienung am Tisch. Ist das Bestellte zubereitet, erfahren Gäste dies über einen Piepser und holen die Order selbst an der Theke ab. „Die Leute nehmen das an“, erklärt Heinlein. „Sie sagen, sie seien froh, dass sie etwas bekommen.“

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