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Auf 40 Millionen Euro schätzt das Bayerische Finanzministerium die Gesamtkosten für den Um- und Ausbau des Ausbildungsstandorts Schwaiganger. Ein erster Schritt ist nun gemacht.

Leiter hofft auf eine große Lösung

Neun Millionen Euro fließen ins Gestüt Schwaiganger

Schwaiganger - Der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags hat sich für das Landgestüt Schwaiganger ausgesprochen. In den nächsten zwei Jahren soll ein Millionenbetrag in Ausbau und Sanierung investiert werden. Für die große Lösung wird das aber nicht reichen, sagt Leiter Dr. Eberhard Senckenberg.

Neun Millionen Euro! Neun Millionen! So viel will der Freistaat in den kommenden zwei Jahren in das Landgestüt Schwaiganger investieren. Bestimmt springt Leiter Dr. Eberhard Senckenberg im Dreieck vor Begeisterung. Oder? Keineswegs. Er bleibt sitzen. Und sagt spontan: Er hätte sich mehr 

Ist Leiter des Gestüts: Dr. Eberhard Senckenberg.

gewünscht. Die große Lösung. Das klare Bekenntnis der Politiker, dass sie zu 100 Prozent zum Landgestüt stehen und es erhalten wollen. Und neun Millionen Euro sind da – nun ja. Senckenberg will nicht gerade sagen, nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Gut, „es sind zwei Tropfen“.

Senckenberg ist nicht undankbar, keiner, der einfach nur mosert. Er spricht aus Erfahrung. Die verbietet ihm Euphorie, bevor nicht wirklich etwas passiert. Seit über 22 Jahren arbeitet er als Landstallmeister auf dem Gestüt, für das er brennt wie kaum ein anderer. Jahrelang hat man ihn und sein Team vertröstet, nichts ist passiert. Anlagen sind verfallen. Weshalb man es so weit kommen hat lassen, kann er nicht nachvollziehen. Um alles zu sanieren und Neues zu bauen, benötige man weit mehr als neun Millionen Euro. Deshalb ist für Senckenberg nicht diese Summe entscheidend. Deutlich mehr interessiert er sich für einen anderen Satz aus der Pressemitteilung des Bayerischen Landtags. Ganz am Schluss steht er, als Art Hintergrundinformation: Die Kosten für den Um- beziehungsweise Ausbau des Ausbildungsstandorts schätzt das Finanzministerium auf 40 Millionen Euro. „Ach ja, das steht drin?“, fragt er nach, als er vom Tagblatt am Telefon von der Nachricht erfährt. „Das ist positiv.“ Denn es zeigt ihm: Die Politiker sehen den Betrag als Anfang, er darf auf die große Lösung hoffen.

Dafür wird das Geld eingesetzt

Als „ersten wichtigen Schritt“ bezeichnet dann auch Harald Kühn die Summe. Der Murnauer CSU-Landtagsabgeordnete war als Mitglied des Haushaltsausschusses bei den Beratungen in den vergangenen Wochen dabei. Gestern hat er mit den übrigen Ausschussmitgliedern die Etatposten des Landwirtschaftsministeriums diskutiert – und beschlossen. Vorausgesetzt, das Landtagsplenum stimmt dem Doppelhaushalt des Freistaates zu – davon ist auszugehen – werden 2017 und 2018 die neun Millionen Euro für das Gestüt bereitgestellt. Diese sollen zum einen in die Sanierung der 30 zum Teil denkmalgeschützten Gebäude fließen, zum anderen sollen Neubauten entstehen. Dahinter sehen Kühn und Parteifreund Martin Bachhuber das Bekenntnis des Freistaats zum „überregional bedeutenden Gestüt“, wie sie in ihrer Pressemitteilung schreiben. Denn der Haushaltssausschuss habe ihrem Antrag zugestimmt, das Gestüt zum „Bayerischen Bildungszentrum Pferdehaltung und Reiten“ auszubauen. Demnach sollen überbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen, Prüfungen im Berufsfeld Pferdewirt sowie Fortbildungen zum Pferdewirtschaftsmeister an einem Standort stattfinden. Der Bereich der Klassischen Reitausbildung, die derzeit in München-Riem untergebracht ist, soll nach Schwaiganger umziehen. Einen Zeitplan dafür konnte Kühn am Mittwoch nicht nennen.

Bewusstsein für die Bedeutung des Gestüts ist gestiegen

Schritte wie diese sind ganz in Senckenbergs Sinn, der das Gestüt ebenfalls zum Kompetenzzentrum ausbauen will. In den vergangenen Jahren hat er gemerkt: Es tut sich was. „Ich spüre ein gewisses Interesse.“ Das Bewusstsein für die Bedeutung des Gestüts sei gestiegen. Im Sommer etwa besuchte es Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) mit einer Entourage. Zu Senckenbergs Freude positionierte er sich klar: Er wollte „klotzen, nicht kleckern“, um das Gestüt in die Zukunft zu führen.

Für den Landstallmeister ist entscheidend: Die neun Millionen Euro dürfen kein Einmalbetrag bleiben. Da dürfte ihn Kühns Aussage freuen, der darin einen „Anknüpfungspunkt für weitere Investitionen“ sieht. Sein Versprechen: „Natürlich werden wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten immer für Schwaiganger einsetzen.“

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