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Schließt zum 1. Januar: der kleine Lebensmittelmarkt der Familie Wunder an der Hauptstraße.

Siegfried Wunder zieht Konsequenzen

„Bürgermeister ist informiert“: Seine Entscheidung schockt ein ganzes Dorf

Die Entscheidung von Siegfried Wunder schockt ganz Ohlstadt. Zuvor hat der Ladenbesitzer den Bürgermeister informiert.

Ohlstadt – „Ja, ich werde in Ohlstadt meinen Laden schließen, ich höre auf und habe unsere Kunden und den Bürgermeister bereits informiert“, erklärt Siegfried Wunder. Der Betreiber des noch verbliebenen Edeka-Marktes in der Gemeinde an der Hauptstraße wirft das Handtuch. Und folgt damit Christof Angelmahr. In dessen Laden an der Kirchstraße 3 hängt nämlich bereits seit einigen Monaten Zeitungspapier hinter den Glasscheiben. Wo einst Gemüse- und Obstregale standen, ist nun nur noch eine freie Fläche. Auch das Edeka-Schild ist längst abmontiert.

Nur die grün-beige gestreiften Markisen vor den großen Ladenfenstern deuten noch darauf hin, dass hier einst ein Markt seine Waren feilbot. Außer den Einheimischen wissen das nur noch wenige. Das einstige Leben ist inzwischen gewichen und hat einer gewissen Tristesse Platz gemacht. Warum er seinen Laden in Ohlstadt bereits im Sommer geschlossen hat, dazu wollte sich Angelmahr unserer Zeitung gegenüber nicht äußern. Im Ort heißt es, dass er aus Altersgründen aufgehört habe.

Wie sein Kollege hält sich jetzt auch Wunder mit weiteren Auskünften zurück. „Wir machen wieder etwas“, deutet er lediglich seine Zukunftspläne an. Im Ort munkelt man, dass er in einem anderen Ort einen Laden übernehmen könnte. In jedem Fall will er kein großes Aufheben um seine Entscheidung machen – und auch nichts darüber sagen, ob dies mit der geplanten Neueröffnung des Feneberg-Supermarktes im Februar kommenden Jahres  in Zusammenhang steht. Fakt ist: Bald werden im Ortskern beide Edeka-Filialen endgültig geschlossen haben. Damit geht ein Stück Dorfkultur zu Ende.

„Es ist immer schade, wenn Geschäfte schließen, in dem schon die vorherige Generation eingekauft hat“, bedauert Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) die Entwicklung. Bereits im Jahr 2014 seien Gespräche mit den Geschäftstreibenden in seiner Gemeinde geführt worden, berichtet der Rathaus-Chef. Und schon damals habe Angelmahr erklärt, dass er aus Altersgründen aufhören wolle und es auch keinen Nachfolger gebe. Deshalb habe man alle Szenarien durchgespielt, weil man die Einkaufssituation im Ort in jedem Fall stabilisieren wollte. „Man weiß nie, was passiert. Und wir haben die Aufgabe und Pflicht, die Versorgung im Ort zu sichern“, erklärt Scheuerer, der froh ist, dass der Feneberg-Laden am Josefplatz bald den Betrieb aufnimmt.

Auf einem Schild mit blauer Schrift, das an den verwaisten Fensterflächen klebt, bedankt sich die Familie Angelmahr bei ihren Stammkunden mit den Worten: „Alles hat seine Zeit, so auch der Abschied vom Geschäft und Berufsleben.“ Und auch bei Familie Wunder wird solch ein Schild bald hängen. Im demnächst erscheinenden Gemeindebrief ist jedenfalls über die angekündigte Schließung zum 1. Januar 2019 schon zu lesen.

Barbara Falkenberg

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