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Das Metzgerhaus in Ohlstadt

Zum Jahreswechsel gab es einen Wechsel

Metzgerhaus in Ohlstadt: Gemeinde wird zum Vermieter

Das Metzgerhaus in Ohlstadt ist seit 2016 eine Unterkunft für Asylbewerber. Ab heuer ist jedoch nicht mehr das Landratsamt dafür verantwortlich, die Kommune vermietet Räume an bestätige Flüchtlinge.

Ohlstadt – Normalerweise ist es so: Mieter wechseln eine Wohnung. Nicht die Vermieter. In Ohlstadt ist es in einem Fall anders. Im „Metzgerhaus“ nahe des Rathauses wohnen neun Flüchtlinge. Ein Ehepaar mit Kindern, Großeltern und weitere jüngere Verwandte. Bis vor kurzem handelte es sich um eine „dezentrale Unterkunft“, die das Landratsamt von der Kommune gemietet und für Asylbewerber bereit gestellt hatte. Seit dem Jahreswechsel ist das anders. Nun vermietet die Gemeinde den Flüchtlingen die Unterkunft, die aus zwei Wohneinheiten besteht, direkt. Das bestätigen das Landratsamt und der Ohlstädter Bürgermeister Christian Scheuerer (parteilos).

Grund für diese Veränderung ist der Statuts der Flüchtlinge. Bei ihnen handelt es sich nämlich nicht mehr um Asylbewerber, sondern um „Anerkannte“. Darum sind sie eigentlich nicht mehr berechtigt, in einer Asylunterkunft zu wohnen, und müssten sich selbst eine Bleibe suchen. Doch das ist eben gar nicht so einfach.

Die Schwierigkeiten sind bekannt. Wohnungen in Oberbayern – allem voran im Landkreis – sind rar gesät. Finden anerkannte Asylbewerber keine Wohnung, stünden sie in nächster Konsequenz auf der Straße. Um dies zu vermeiden, dürfen sie vorübergehend als sogenannte „Fehlbeleger“ in den Asyl-Unterkünften wohnen bleiben. Zahlen dafür jedoch in der Regel Gebühren. Je nach Einkommen und Vermögen und nach Abzug bestimmter Freibeträge.

Auch die Flüchtlinge in Ohlstadt lebten bereits seit Monaten als Fehlbeleger im Metzgerhaus. Und sind damit in der Region kein Einzelfall. Nach den jüngsten Zahlen des Landratsamtes haben 230 Flüchtlinge im Landkreis denselben Status. In Garmisch-Partenkirchen sind es beispielsweise 65 Fehlbeleger und 283 Asylbewerber.

In Ohlstadt gibt es Letztere gar nicht mehr. Darum ist der Landkreis hier auch für keine entsprechenden Unterkünfte mehr zuständig.

Für die Gemeinde war es Scheuerer zufolge keine Frage, den anerkannten Flüchtlingen die Wohneinheiten mit Metzgerhaus weiterhin zur Verfügung zu stellen und direkt zu vermieten. Mit ihnen gäbe es keinerlei Probleme. „Sie haben sich bei uns sehr gut integriert und eingelebt.“

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