Der obligatorische Spatenstich: (v. l.) Peter Aumann (Staatliches Bauamt Weilheim), Landrat Anton Speer, Dr. Hermann Lindermayer (Bayerische Staatsgüter), Ministerin Michaela Kaniber, Gestütschefin Cornelia Back, Heidrun Weitz (wp Architektur für den Pferdesport) und Professor Dr. Michael Heister (Bundesinstitut für Berufsbildung). Foto:Bartl
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Der obligatorische Spatenstich: (v. l.) Landrat Anton Speer, Dr. Hermann Lindermayer (Bayerische Staatsgüter), Ministerin Michaela Kaniber, Gestütschefin Cornelia Back und Heidrun Weitz (wp Architektur für den Pferdesport).

Spatenstich-Feier mit Ministerin

Schwaiganger: Millionensegen für Bayerns Mustergestüt

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Der Freistaat Bayern investiert kräftig in das Haupt- und Landgestüt Schwaiganger – und baut den Vorzeige-Betrieb zu einem modernen Ausbildungszentrum im Pferdebereich aus. Jetzt setzte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) den ersten Spatenstich für einen neuen Lehrstall.

Schwaiganger – Alle Rossnarrischen bekommen beim Stichwort Schwaiganger große Augen. Denn das traditionsreiche Haupt- und Landgestüt, herrlich gelegen am Fuße des Heimgartens in der Nähe von Ohlstadt und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt, gilt als „Kompetenzzentrum Pferd“. Jetzt wird die Einrichtung des Freistaats, die auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblickt, weiter aufgewertet und zu einem Bildungszentrum für ganz Bayern entwickelt. Überlegungen und Pläne dazu gibt es schon seit Längerem. Am Donnerstag fiel der Startschuss in Form eines symbolischen Spatenstichs für den Neubau eines Lehrstalls, der östlich des Hauptgebäudes entsteht. Rund 5,8 Millionen Euro kostet der Komplex, der Ende 2021 fertiggestellt sein soll. Etwa ein Drittel davon steuert der Bund bei.

Reiten als Volkssport

Gut angelegtes Geld, wie Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU), in deren Zuständigkeitsbereich Schwaiganger fällt, bei dem Festakt anmerkte. „Das alles ist nicht günstig, aber die bayerischen Pferdefreunde sind uns das wert“, sagte sie vor den geladenen Gästen, darunter viele Behördenvertreter und Kommunalpolitiker. Die Branche boome, betonte die Ministerin. „Reiten ist Volkssport.“ Mit rund 134 000 Pferden sei der Freistaat die Nummer zwei in Deutschland. Und die Pferdehaltung stelle für viele Betriebe eine wichtige Einkommensquelle dar. Circa 500 Millionen Euro Umsatz werden laut Kaniber auf diesem Gebiet jedes Jahr erwirtschaftet – und etwa 30 000 Arbeitsplätze gesichert, vor allem im ländlichen Raum.

Das besagte Lehrgebäude wird mit 24 Pferdeboxen, Waschplätzen, Solarien, Sattelkammern und Schulungsräumen ausgestattet. Damit ist aber das ambitionierte Projekt Ausbildungszentrum noch nicht abgeschlossen: Geplant sind außerdem ein Internat und eine Reithalle. Insgesamt fließen, wie am Rande der Spatenstich-Feier zu erfahren war, etwa zwölf Millionen Euro nach Schwaiganger, das seit Anfang des Jahres zu den neu gegründeten Bayerischen Staatsgütern gehört. Dieser Standort, betonte Kaniber in ihrer Rede, „ist und bleibt für die bayerische Pferdezucht und insbesondere für die Fort- und Ausbildung der Pferdewirtschaft unersetzbar“.

Das Alleinstellungsmerkmal stärken

Dieses klare Bekenntnis freute Landrat Anton Speer (Freie Wähler). Das Staatsgestüt sei ein „Leuchtturm für den Landkreis und die Region“. Und mit den Investitionen werde das Alleinstellungsmerkmal der Einrichtung weiter gestärkt.

Ob Pferdehaltung, Reiten, Zucht oder Sport – das Spektrum, das Schwaiganger abdeckt, ist in ganz Deutschland einzigartig. „Das Haupt- und Landgestüt setzt wichtige Impulse für die Zucht der traditionellen Pferderassen wie dem Deutschen Sportpferd, Süddeutsches Kaltblut, Haflinger und Edelbluthaflinger“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Landwirtschaftsministeriums.

Daneben spielt der Bildungsbereich eine bedeutende Rolle. So kann dort beispielsweise der Beruf des Pferdewirts erlernt und die dazu passende Meisterprüfung abgelegt werden. Sogar das Handwerk des Hufschmieds wird vermittelt. Es gibt zahlreiche Weiterbildungen rund ums Pferd, etwa für Betriebsleiter, Ausbilder und Dienstleister. Und mittelfristig soll die Fachrichtung „Klassische Reitausbildung“ hierher verlagert werden.

Außerdem werden rund 450 Hektar landwirtschaftliche Flächen nach ökologischen Vorgaben bewirtschaftet. Damit werde der Freistaat Bayern seiner Vorbildfunktion gerecht, sagte Kaniber bei einem Rundgang.

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