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In Blau und Gelb: Rückenlehne eines Bankerl  sowie ein Schild.

Projekt soll nach dem Winter anlaufen

„Nimm mi mit“-Bankerl: Öffentlicher Nahverkehr nach Ohlstädter Art

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Ohlstadt erhält nach dem Winter eine Art innerörtlichen öffentlichen Personennahverkehr: „Nimm mi mit“-Bankerl. Das Tramp-Modell stellt eine Variante der Mitfahrbänke dar, die seit geraumer Zeit vor allem in kleinen Orten einen wahren Boom erleben.

Ohlstadt - Der Ohlstädter Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) geht bereits seit einiger Zeit mit der Idee schwanger, die „Nimm mi mit“-Bankerl einzuführen. Die Anregung dazu sah er in Norddeutschland, und sie gefiel ihm ausnehmend gut. „Wir haben gesagt: Das machen wir auch mal, wenn Zeit ist.“ Nun aber registrierte Scheuerer, welch große Resonanz der Einkaufsservice nach Großweil erfährt und „wie viele Menschen sich hart tun, von A nach B zu kommen“. Das war für ihn der Anstoß, das Modell zeitnah umzusetzen. Im Frühjahr soll es starten – sobald nach dem Winter Bänke und Schilder aufgestellt werden können.

Der Mini-ÖPNV nach Ohlstädter Art basiert darauf, dass Autofahrer andere Menschen, die auf den Bankerln an acht übers Dorf verteilten Stationen sitzen, zu einem bestimmten Ziel mitnehmen. Dafür gibt es an jedem Standort sieben Richtungsschilder mit den Namen der anderen Stationen, aus denen man den gewünschten Zielort auswählt. Anhand des Schildes erkennt der Pkw-Lenker bereits vom Auto aus, an welchen Punkt der mögliche Mitfahrer möchte und ob dieser auf seinem Weg liegt. Nach Angaben Scheuerers werden zum Teil schon vorhandene Bänke umgenutzt, teilweise fertigte der Bauhof neue an. Sie sind in Blau und Gelb, den Farben des Gemeindewappens, gehalten. „Ich hoffe, dass das gut angenommen wird“, sagt Scheuerer. „Wir können nur die Infrastruktur stellen, alles andere liegt bei den Autofahrern.“

Stationen der „Nimm mi mit“-Bankerl finden sich künftig auf Gemeindegrund in Buchenried im Kreuzungsbereich Buchenweg/Auweg/Von-Kühlmann-Straße, an der Bushaltestelle an der Loisachstraße (Bahnhof), auf Höhe des Supermarkts Feneberg, vor „Fernseh Binder“/Post, im Ortskern vor der Kirche, auf der Grünfläche im Kreuzungsbereich Schwaigweg/Hagrainstraße (Friedhof/Oberdorf), an der Bushaltestelle Schwaigangerstraße sowie im Bereich Fieberkirchweg/Kaffeewirtschaft.

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