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Bereits 2012 verbietet das Landratsamt dem Eigentümer, die Lagerhalle weiter zu nutzen.

Gemeinderat Ohlstadt

TÜV- und Waschhalle statt Schwarzbau? In Kürze könnte sich was tun in der heiklen Causa

Es ist eine fast unendliche Geschichte: Seit rund sieben Jahren wissen die Behörden vom Schwarzbau des Ohlstädter BVO-Gemeinderats Simon Sagmeister. Doch das Gebäude am Hörnleweg steht noch immer. Sagmeister würde an der Stelle gern eine TÜV- und Waschhalle errichten.

Ohlstadt – Es bewegt sich wieder etwas in Sachen Schwarzbau, den der Ohlstädter Gemeinderat Simon Sagmeister (BVO) am Hörnleweg hingestellt hat. Am Montag, 16. September, findet in den Räumen des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen ein Treffen statt. Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) ist dabei, ein Vertreter eines Planungsbüros, auch Sagmeister selbst wird am Tisch sitzen. Zudem die Bauverwaltung und Fachleute, die sich mit dem Thema Emissionsschutz beschäftigen. „Eine größere Runde“, sagt Scheuerer. 

Sagmeister möchte an der Stelle, wo der Lagerraum-Schwarzbau steht, eine TÜV-und Waschhalle errichten. Bereits im November 2017 hatte er nach eigenen Angaben entsprechende Unterlagen eingereicht. „Da ist eine komplette Planung da“, sagte er gestern dem Tagblatt. „Das ist mit dem Landratsamt schon besprochen. Es war eigentlich schon alles eingetütet.“ Doch seines Wissens hat sich in der Zwischenzeit emissionsrechtlich etwas geändert.

Wenn der TÜV zu „Sagi’s Garage“ kommt, erledigt er die Hauptuntersuchung und alles, was dazugehört, in der Werkstatt. Diese ist dann für Stunden blockiert. „Ich muss den laufenden Betrieb stoppen.“ Daher will der KfZ-Meister eine eigene Halle auf seinem 1800 Quadratmeter großen Grundstück errichten. Entscheidend wird sein, wie sich das Landratsamt zu Sagmeisters Plänen stellt. „Ich bin gespannt, was da rauskommt.“ Vielleicht begräbt der BVO-Gemeinderat das Unternehmen TÜV-Halle auch. „Wenn es zu teuer wird, lass ich es platzen.“

Das heikle Thema kam am Donnerstagabend im Gemeinderat auf den Tisch. Rathauschef Scheuerer informierte das Gremium über den Sachstand. „Man könnte die Situation bereinigen“, erklärte der Bürgermeister. Ob das Sagmeister-Grundstück in den Bebauungsplan „Nordöstlich des Breitenwegs“ aufgenommen wird, ist allerdings weiterhin unklar. „Man muss schauen, ob das funktioniert.“ Wobei Scheuerer betont: „Wir wollten nie den Schwarzbau legalisieren.“ 

Diesen hatten Mitarbeiter des Landratsamts vor etlichen Jahren entdeckt. 2012 untersagte die Kreisbehörde Sagmeister, das Gebäude über den 31. Dezember 2012 hinaus zu nutzen. 2013 hatte der BVO-Rat eingeräumt, einen Fehler gemacht zu haben, ging aber gleich in die Offensive. Er vermutete damals, dass man ihm eine „reinwürgen“ will (wir berichteten). Sollte der Schwarzbau entfernt werden müssen, ist vom Landratsamt eine entsprechende Anordnung zu erlassen.

Das Bebauungsplan-Areal „Nordöstlich des Breitenwegs“ soll teils Misch- und teilweise Gewerbegebiet bleiben. Eigentlich hatte die Gemeinde vor, den Bereich um Wohnbauflächen zu erweitern. Doch davon ist sie abgekommen. Stattdessen soll nun völlig separat im beschleunigten Verfahren ein Bebauungsplan für das Wohngebiet namens „Östlich des kleinen Höhenbergs“ aufgestellt werden. Der Gemeinderat machte dafür mit einer Gegenstimme den Weg frei. Bis zur nächsten Gemeinderatssitzung soll die Verwaltung dem Gremium eine Planung vorlegen.

Große Debatten zum Fall Sagmeister und dem ganzen Drumherum gab es im Plenum nicht. Einer, der sich zu Wort meldete, war Michael Schödl (Neue Liste Ohlstadt). „Wir haben mal davon gesprochen, Altlasten zu beseitigen. Das sollten wir heute tun.“ 

Eigentlich war damit zu rechnen gewesen, dass das Landratsamt 2018 aktiv wird.

Roland Lory

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