Es geht eng her in den bisherigen Produktionsräumen. Inhaber Stephan Riedl (r.) mit seiner rechten Hand Stefan Schwinghammer. 
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Es geht eng her in den bisherigen Produktionsräumen. Inhaber Stephan Riedl (r.) mit seiner rechten Hand Stefan Schwinghammer. 

Firma will an Partenkirchner Straße ziehen

Ohlstädter Orthopädie-Schuhmacherei plant Neubau: Erster Schritt geschafft

Das Okay der Ortspolitiker hat er schon einmal: Stephan Riedl will sein Orthopädie-Fachgeschäft von der Ortsmitte an die Partenkirchner Straße verlegen und hat dafür mehrheitlich die Zustimmung des Ohlstädter Gemeinderats bekommen. Doch das Votum ist nur der erste Schritt. Da es sich um ein Grundstück im Außenbereich handelt, könnte Widerstand folgen.

Ohlstadt – Planerisch sind in der der jüngsten Gemeinderatssitzung die entscheidenden Weichen gestellt worden: Mit 10:6-Stimmen segneten die Ohlstädter Kommunalpolitiker die Änderung des Flächennutzungsplans auf einem Wiesenareal im Anschluss an das Lebensmittelgeschäft Feneberg ab. Zugleich stimmten sie der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans mit dem Projektnamen „Partenkirchner Straße-Orthopädie-Schuhmacherei“ zu.

Areal bisher landwirtschaftlich genutzt

Damit einher geht die Umwidmung des Areals, das bislang für landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen ist, in eine Gewerbefläche. Orthopädie-Schuhmachermeister Stephan Riedl war die Freude trotz des nicht allzu deutlichen Votums und des Widerstands, der damit zum Ausdruck kam, sichtlich anzumerken: Er bedankte sich bei den Räten und verließ mit einem Team aus Planern und Architekten erleichtert den Sitzungssaal.

Platzprobleme und Auflagen 

Zuvor hatte er anhand detaillierter Pläne für sein Bauprojekt geworben. Insbesondere Platzprobleme und behördliche Auflagen machte der Ohlstädter geltend, dessen Firma auf die Herstellung und Reparatur orthopädischer Schuhe spezialisiert und nach eigenen Angaben sowohl bundesweit als auch im europäischen Ausland sehr erfolgreich ist – unter anderem ist die Unfallklinik ein zentraler Kunde.

Grundstück „ideal“

Die Räumlichkeiten am jetzigen Standort in der Ortsmitte seien nicht mehr geeignet. „Wir haben wahnsinnig viele gesetzliche Vorgaben, zum Beispiel von den Krankenkassen“, führte der Unternehmer aus. Nötig seien Erweiterungsbauten, unter anderem eine rollstuhlgerechte Toilette, ein Sozialraum für die Mitarbeiter, Liegeflächen sowie ein Gang- und Laufbereich mit einer Mindestlänge von acht Metern. Außerdem müssten der Wartebereich und der Werkstatt-Komplex erweitert werden. Um die Firma auf Expansionskurs zu halten und Mitarbeiter einzustellen, benötige er einen neuen Standort, auf dem das entsprechende Gebäude mit Parkplätzen errichtet werden könnte. „Das Grundstück an der Partenkirchner Straße ist dafür ideal“, fasste Riedl zusammen.

Gremium uneins

Das Gremium war in dieser Frage gespalten. Zwar plädierten alle dafür, den erfolgreichen Unternehmer am Ort zu halten – doch dass ausgerechnet ein Areal, das planerisch für landwirtschaftliche Nutzung vorgesehen ist, dem Bauvorhaben zum Opfer fallen muss, schmeckte vielen nicht. So wollte Thomas Guggemoos (NLO) wissen, ob die Orthopädie-Schuhmacherei nicht auch nahe dem jetzigen Standort am Dorfbach verlegt werden könne. Riedl verneinte und gab ganz unumwunden zu, dass die Partenkirchner Straße eine Art Aushängeschild sei: „Das ist von der Repräsentanz ganz anders. Ich bin ganz ehrlich: Es geht auch um die Lage.“ Ganz offen drohte er mit Abwanderung, sollte ihm nicht die Erlaubnis erteilt werden.

Ein Präzedenzfall?

Anton Fischer (NLO) fürchtete, mit einer Genehmigung einen Präzedenzfall zu schaffen: Befürworte man Riedls Pläne, könnten andere ebenfalls vorstellig werden und auf Baurecht in dem Bereich pochen. Mit Blick auf die Gleichbehandlung der Bürger habe er da „größte Bedenken.“ Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) hält den neuen Standort angesichts der Lage zwar auch nicht für ideal – „ich bin da nicht wahnsinnig glücklich“ – , machte sich aber insgesamt für Riedls Anliegen stark. „Ich finde es auch Sicht der Kommune fahrlässig, Betriebe abwandern zu lassen. Es geht insbesondere auch um die Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Deswegen sage ich: Ich kann das mittragen.“

Rafael Sala

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