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Idylle pur: Die Gemeinde Ohlstadt ist zwar bei Urlaubern, die Ruhe und Erholung suchen, beliebt. Aber der Ort bräuchte mehr Kapazitäten. 

Art der Unterbringung ändert sich

Ferienwohnungen statt Privatzimmer: Ohlstadt erlebt im Tourismus einen Strukturwandel

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Die Blaues-Land-Gemeinde Ohlstadt erlebt im wichtigen Tourismusgeschäft einen Strukturwandel: Die private Zimmervermietung befindet sich auf dem Rückzug. Dafür setzen viele auf Ferienwohnungen. Dennoch kann gerade in der Hauptsaison der Bedarf an Gästebetten nicht gedeckt werden.

Ohlstadt – Eine unverfälschte Dorfidylle, viel Ruhe und ein hoher Freizeitwert in einer wunderschönen Landschaft: Das sind die Pfunde, mit denen der Tourismusort Ohlstadt wuchern kann. Urlaub in dem beschaulichen Ort (fast 3300 Einwohner) am Fuße des Heimgartens kommt an, etwa bei Familien. Doch die Art der Unterbringung ändert sich. Die klassischen Frühstückspensionen werden immer weniger, weil deren Betreiber häufig altersbedingt aufhören und sich keine Nachfolger finden.

Die Folge: „Wir können vor allem im Sommer nicht alle Gäste unterbringen, die anfragen“, sagt Tourismuschefin Gertrud Kraus, die kürzlich ihre Jahresbilanz 2018 im Gemeinderat vorstellte. Belastend kommt hinzu, dass das Alpenhotel schloss. Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen will die Immobilie für Mitarbeiter-Wohnungen nutzen. Für Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) steht fest: „Wir brauchen mehr Übernachtungsmöglichkeiten.“

Die Entwicklung schlägt sich in der Statistik nieder: Die Zahl der Übernachtungen reduzierte sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr um rund 4,2 Prozent – von 42 317 auf 40 527. Bei den Gäste-Ankünften machte der Rückgang 5,2 Prozent aus. Sie sanken von 15 316 auf 14 512.

Scheuerer spricht von einem „geringen Minus“ – und gibt sich optimistisch. „Man muss was tun. Aber wir sind zufrieden.“ Mit dem besagten Strukturwandel müssten auch andere Kommunen klarkommen. Im Bobdorf könne man den Rückgang bei den Privatzimmern durch Ferienwohnungen gut auffangen. Diese stehen offenbar nicht nur bei den Besuchern hoch im Kurs, sondern auch bei den Vermietern, weil diese Domizile auf Zeit flexibler gemanagt werden können. „Das Engagement ist sehr groß“, sagt Scheuerer.

Ohlstadt hat derzeit 40 Vermieter. Zum Angebot zählen mittlerweile 38 Ferienwohnungen. Hinzu kommen das Hotel Alpenblick und ein Gästehaus. Insgesamt sind es 306 Betten. Nicht mitgerechnet ist dabei die Kurklinik (150 Betten).

Würde dann nicht ein weiteres Hotel Sinn machen? Scheuerer ist skeptisch. Investoren hätten meist Interesse an größeren Projekten mit mehr als 100 Betten. Ohlstadt sei dafür wahrscheinlich nicht der geeignete Standort. Er setze vielmehr auf zusätzliche Ferienwohnungen. „Bei uns ist alles eine Portion kleiner. Wir wollen den Charakter erhalten.“

Der Ort unternimmt einiges, um den Aufenthalt seiner Gäste so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Das fängt beim stark nachgefragten Fahrradverleih an und hört bei kulturellen Angeboten wie den Konzerten der Blaskapelle und den Vereinsfesten auf. Ein Highlight ist sicherlich die Kaulbach-Villa, in der sich heute ein Museum befindet. Der Malerfürst Friedrich August von Kaulbach (1850 bis 1920) erbaute das Gebäude, das ihm zuerst als Sommerresidenz und schließlich als Hauptwohnsitz diente. Dieses Thema soll künftig weiter ausgebaut werden. Außerdem entsteht derzeit nach einem historischen Vorbild eine Schleifmühle, die die Geschichte der Wetzsteinmacherei – früher eines der Hauptgewerbe in Ohlstadt – verdeutlichen soll.

Ohlstadt ist Mitglied der Tourismusgemeinschaft „Das Blaue Land“, die seit 2015 mit der Ammergauer Alpen GmbH kooperiert. Dabei geht es vor allem um die Vermarktung. Scheuerer ist von dieser Allianz überzeugt, denn: „Gemeinsam sind wir stark.“ Im Rahmen des Bündnisses könnten Synergie-Effekte genutzt werden.

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