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Abenteuerlustig: Bettina Müller will mit ihrem umgebauten Feuerwehr-Oldtimer auf große Tour gehen.

Abenteuerreise einer Ohlstädterin

Mit altem Feuerwehrauto bis nach Kasachstan

Bettina Müller ist eine Weltenbummlerin. Jetzt hat die Ohlstädterin ein altes Feuerwehrauto in ein Wohnmobil umgebaut. Damit hat sie Großes vor: Die 55-Jährige will bis nach Kasachstan und wieder zurück reisen.

Ohlstadt – Nebelschwaden ziehen über das drei Hektar große Grundstück, das Bettina Müller am Ortsrand von Ohlstadt gepachtet hat. Ihre Dänische Dogge Jake tappst über den Hof, wo sich ein offenes Wohnzimmer samt Outdoor-Küche befindet. Die zu kleinen Häuschen umgebauten Bauwagen liegen verschlafen da. Plötzlich lichtet sich der Nebel und die Sonnenstrahlen fallen auf Müllers neuestes Projekt, das mit seinem knallroten Lack und der bulligen Motorhaube ein wahrer Blickfang ist: Nachdem der Mercedes – Baujahr 1981 – von der Verbandsgemeinde Westerburg ausgesondert worden war, ersteigerte die 55-Jährige das Feuerwehrauto beim Zoll.

Damit erfüllte sich die Ohlstädterin einen lang gehegten Traum. Denselben Typ hatte sie als Begleitfahrzeug für ihre Motorradtouren dabei gehabt: In den 1990er Jahren durchquerte Müller die Sahara und erkundete unter anderem Algerien, Niger und Togo. Sie wagte sogar eine Expedition durch vermintes Gebiet von Libyen aus durch die Republik Tschad. „Auf meinen Reisen war dieser robuste Wagen meine Lebensversicherung. Für mich stand fest, dass ich mir eines Tages wieder so ein Fahrzeug zulegen würde“, sagt Müller.

Kaum stand der imposante Oldtimer auf ihrem Grund, fing sie bereits mit dem Ausbau an. Das Feuerwehr-Equipment musste weichen. Nicht nur, um aus dem Mercedes ein Wohnmobil zu fertigen, sondern auch aufgrund des Gewichts. Da das Feuerwehrauto ursprünglich auf neuneinhalb Tonnen zugelassen war, entsprach es nicht Müllers Führerscheinklasse. „Ich hätte eigentlich einen Lkw-Führerschein benötigt“, sagt Müller. Doch das war nach dem Ausbau nicht mehr nötig, weil das Gefährt dann nur noch sechs Tonnen auf die Waage brachte.

Die neue Ausstattung des Wagens kann sich sehen lassen: Müller installierte ein kleines Bad inklusive Trockentoilette, schuf einen Schlafbereich und baute große Fenster ein, die sich kippen lassen. So hat man vom Bett aus einen uneingeschränkten Blick ins Freie. Die Materialien, die sie hierfür nutzte, stammen überwiegend aus zweiter Hand. „Mich hat das nicht mehr als 300 Euro gekostet“, berichtet die Ohlstädterin.

Äußerlich ist das Fahrzeug unverändert geblieben. Auch die Sitzbänke, auf denen bis zu neun Personen Platz nehmen können, befinden sich im Originalzustand. „Mir war es wichtig, den einzigartigen Charakter des Autos zu erhalten“, betont Müller. Erste Ausflüge in der Region unternahm sie schon mit ihrem Gefährt. 2020 soll es dann auf große Tour gehen. Müller will mit ihrem Feuerwehrauto rund 30 000 Kilometer zurücklegen – bis nach Kasachstan und wieder zurück. „Ich habe schon wahnsinnig viel von dieser Welt gesehen, doch das fehlt mir noch“, meint die 55-Jährige. So eine Reise will gut geplant sein. Müller hat schon eine genaue Route im Kopf: über Griechenland, Bulgarien und Rumänien am Schwarzen Meer entlang. Dabei wird sie ihr Lager spontan aufschlagen. Wenn etwas am Fahrzeug kaputt sein sollte, wird die Weltenbummlerin es eigenhändig reparieren. Hierfür studiert sie die Mechanik des Autos genau. Im März 2020 soll es dann losgehen. Geplant ist, im Herbst selbigen Jahres wieder nach Ohlstadt zurückzukehren. Um die vielfältigen Eindrücke der Reise einem großen Publikum zugänglich zu machen, ist Müller auf der Suche nach einem Fernsehteam, das sie begleitet.

Constanze Wilz

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