Breitbandversorgung beschäftigt Kommune

Schnelles Internet rückt in Ohlstadt näher

Weite Teile Ohlstadts werden in absehbarer Zeit über ein erheblich schnelleres Internet als bisher verfügen. Manche Ecken bleiben jedoch aus Kostengründen außen vor.

Ohlstadt – Das Thema Breitbandversorgung beschäftigt gerade viele Kommunen. So auch Ohlstadt. In der Gemeinderatssitzung erläuterte Diplom-Ingenieur Paul Roither vom Ingenieurbüro Corwese aus Seefeld, das mit der Planung beauftragt ist, die weiteren Schritte auf dem Weg hin zu einem leistungsfähigen Netz aus Glasfaserkabeln. Zunächst ging es dabei um die Festlegung der Erschließungsgebiete der so genannten „zweiten Förderphase“. Zum besseren Verständnis: In der ersten Förderphase werden bereits die Bereiche am Josefsplatz, am Bahnhof und in Buchenried mit leistungsstarken Glasfaserkabeln ausgestattet, die Arbeiten laufen derzeit. Sie sind von dem jetzigen Vorhaben nicht betroffen, ebenso wenig wie die Leitungen im Ortskern, die die Telekom im Eigenausbau abwickelt.

„Die staatliche Förderung für den Breitbandausbau ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich“, eröffnete Roither dem Gremium. „In Ohlstadt sind es 80 Prozent von der wirtschaftlichen Deckungslücke.“ Anhand mehrerer Fallbeispiele zeigte der Fachmann unverbindlich die hierfür anfallenden Kosten auf, die vor allem vom Umfang der anzuschließenden Gehöfte und Weiler im Außenbereich abhänge. „Wir haben die Trassen so kalkuliert, wie die Telekom und auch andere Netzbetreiber sie bauen würden“, sagte der Diplom-Ingenieur. „Aber wer letztendlich den Auftrag bekommt, hängt davon ab, welche Angebote nach der Ausschreibung vorliegen.“ Deshalb stünden die genauen Kosten der anstehenden Arbeiten noch nicht fest. Die zu verlegenden Leitungen werden nach seinen Worten mit 150 MBit pro Sekunde im Download ausgeschrieben: „Damit wirklich klar ist, was gebaut werden muss.“ Nur das Anwesen Eisenacker, das Schwimmbad und der Sportplatz fallen aus dem Raster: Der Anschluss des ersteren Objekts hätte nach seinem Dafürhalten mit 116 000 Euro zu Buche geschlagen, jener der beiden Freizeitanlagen mit etwa 95 000 Euro – Summen, die, wie erwähnt, unverbindlich zu sehen sind.

Die in der Förderphase II anfallende Gesamtsumme schätzt Roither auf etwa 420 000 Euro, 80 Prozent davon würden staatlich bezuschusst. Einstimmig entschieden sich die Ratsmitglieder unter Leitung von Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) für die von dem Experten vorgeschlagene Lösung.

Nächster Schritt ist nun das Auswahlverfahren, in dem es darum geht, welches Unternehmen den Zuschlag für die nicht unerheblichen Grabarbeiten bekommt.

Übrigens: Das neue Gewerbegebiet am Mühlmoos erhält unabhängig von der Förderung moderne Glasfaserkabel, ebenso das Einheimischenmodell an der Waxensteinstraße. „Das macht die Telekom selbst, damit haben wir nichts zu tun“, wie Scheuerer betonte.

Heino Herpen

Rubriklistenbild: © dpa/Sympobbild

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