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Freut sich auf die Eröffnung: Bürgermeister Christian Scheuerer vor dem Eingangsbereich, an dem ebenfalls noch letzte Arbeiten zu erledigen sind.

Ohlstädter Projekt bleibt im Zeit- und im Kostenplan

Solarfreibad nach Sanierung: Freier Eintritt am Eröffnungstag

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Im Erdgeschoss blieb kaum ein Stein auf dem anderen: Ohlstadt hat das Hauptgebäude des Solarfreibads für rund 800 000 Euro sanieren und umbauen lassen. Am Pfingstsonntag wird das Bad nach der Rundum-Kur wieder eröffnet. Besucher können sich an diesem Tag bei freiem Eintritt ein Bild vom Ergebnis machen. Ein erster Besuch.

Ohlstadt– Noch will keine Freibad-Stimmung aufkommen: Draußen prasselt der Regen, und im Inneren herrscht staubiges Baustellen-Flair. Etwa 20 Mann, externe Handwerker und Gemeinde-Bedienstete, arbeiten noch nach einem straffen Zeitplan im Hauptgebäude des Solarfreibads Ohlstadt. Der Eröffnungstag naht, und das Projekt war wegen der günstigeren Preise erst im Winter angelaufen. Doch Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) ist die Ruhe selbst: „Wir werden bis auf Kleinigkeiten fertig“, verspricht er. Am Pfingstsonntag um 9 Uhr öffnet das Bad bei freiem Eintritt wieder. Man blieb damit gerade so im Zeitplan: Die Verantwortlichenhatten sich Anfang Mai vorgenommen, „und der Beginn der Pfingstferien war unsere absolute Deadline“, sagt Scheuerer. Auch der Kostenrahmen von rund 800 000 Euro wurde nicht gesprengt.

Die Sanierung war dringend nötig gewesen: Der Gebäudebestand von 1976 war doch sehr in die Jahre gekommen, die Heizung für Haus und Sanitäranlagen defekt. Nun wurde modernisiert, ausgetauscht und im großen Stil umgebaut. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes blieb beinahe nichts mehr am alten Platz: Kasse, Duschen, Toiletten, Umkleiden, Erste-Hilfe-Raum. An der Stelle, an der einst das Treppenhaus stand, befindet sich nun eine öffentliche, barrierefreie WC-Anlage, die auch Besucher des benachbarten Spielplatzes benutzen können. Eine Außentreppe soll noch in dieser Woche angebracht werden. Am südwestlichen Rand des Gartens bereitet Kiosk-Betreiber Peter Pfeiffer gerade die Hütte vor, bezogen vom Murnauer Gastronomen Kurt Höller, die heuer als Provisorium dient. Bewährt sich eine Hütte, könnte man an dieser Variante festhalten. „Das ist noch offen“, sagt Scheuerer. Künftig soll auch der Kiosk von außen erreichbar sein.

Scheuerer zeigt sich begeistert vom neuen Gebäude-Innenleben, das „modern“ und „peppig“ daherkomme. Der sanierte Bereich hat einen einheitlichen Boden aus anthrazitfarbenen, großformatigen Fliesen erhalten, Kabinen und Trennwände sind in Sonnengelb gehalten, Wände in Weiß. Vor dem Hauptgebäude verschwand die Asphaltfläche, stattdessen führt eine barrierefreie, wasserdurchlässige Pflasterung zum Eingang. Großen Betontröge müssen noch bepflanzt werden: mit Stauden (am Rand) beziehungsweise Bäumen (mittig). Um die Bäume dienen Holzplanken als Sitzgelegenheiten, „damit wir Aufenthaltsqualität haben“, sagt Scheuerer.

Der Anbau samt Wärmehalle bleibt in der Regel geschlossen. Herrscht Hochbetrieb, öffnet man je nach Bedarf im Baukastensystem alte Garderobenspindbereiche. Auf Dauer zu ist der hintere Teil mit den Sanitäranlagen. Im Technik-Keller zog eine neue Heizung ein, zudem wurden unter anderem viele überflüssige Leitungen und Rohre entfernt.

Die Rundum-Kur mit dem Ziel, die Einrichtung langfristig zu erhalten, klammerte einen zentralen Bereich komplett aus: die Badewassertechnik. Hätte man hier eingegriffen, hätten nach Angaben Scheuerers immense Folgekosten gedroht. „Wir versuchen, uns gesund zu schrumpfen und das Bad vom Unterhalt her wirtschaftlicher zu betreiben“, sagt der Bürgermeister. Die Gemeinde trug bisher ein jährliches Defizit von rund 100 000 Euro.

Trotz der Investitionen wird an den humanen Eintrittspreisen nicht gerüttelt. Erwachsene zahlen pro Tag 3 Euro, Einheimische 2,50 Euro, Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre) 2 Euro.

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