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Eine Frau in ihrem Element: Anja Beran ist für die Pferde-Choreographien verantwortlich.

Besonderes Konzert im Gestüt Schwaiganger

Bach fürs Ohr, tanzende Pferde fürs Auge

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Sie hat zwei große Lieben und lebt beide aus, noch mit über 80 Jahren und vor großem Publikum. Gerda Prochaskas intensive Beziehungen sind nicht anrüchig, sondern harmonisch und faszinierend. Sie bringt ihre Leidenschaften Pferde und klassische Musik zusammen – nun beim Weihnachtsoratorium im Gestüt Schwaiganger.

Schwaiganger– Bach, Mozart oder Vivaldi lassen Pferde nicht kalt: „Sie spüren diese Musik unheimlich“, sagt Gerda Prochaska. Sie hat es einst mit ihrer Stute Garbosa erlebt: „Wenn Mozart in der Reithalle lief, merkte ich, dass das dem Pferd gefällt – es löste sich und bewegte sich anders.“ Darauf baut die Mezzosopranistin, die nach vielen Jahren in Murnau wieder in Garmisch-Partenkirchen lebt, seit den 1990ern ihre Veranstaltungen „Klassische Musik & Barocke Pferde“ auf. Nun, nach einer längeren Pause, bringt sie ihre großen Lieben mit fast 84 Jahren noch einmal zusammen: bei einer Neuauflage des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach am ersten Adventssonntag, 3. Dezember, ab 15 Uhr im Gestüt Schwaiganger – mit den Orchesterfreunden Bayerns (Dirigent: Leos Svárovsky), dem Münchner Konzertchor und Solisten. Dazu zeigen barocke Pferde – Lusitanos und Andalusier – an geeigneten Stellen „wunderschönes Pferdeballett“, sagt Prochaska, die in den 1980ern an der Wiener Volksoper unter Vertrag stand und dort ihren Mann, den großen Kammersänger Gerhard Stolze, kennenlernte, der 52-jährig starb. Ihr Grundgedanke: die Jugend über Pferde zu klassischer Musik bringen.

Hinter den passenden Choreographien steht Anja Beran, die im Allgäu auf ihrem Gut Rosenhof ein Ausbildungszentrum für Klassische Reitkunst betreibt und auf schonenden, artgerechten Umgang sowie auf Lob statt Zwang setzt. Musik, sagt Beran, die mit einem Team aus professionellen Dressurreitern kommt, „unterstreicht sehr schön die Bewegung der Pferde. Sie reagieren auf Musik; gerade klassische hat eine beruhigende, harmonisierende und positive Wirkung auf sie.“ Die Lusitanos und Andalusier werden ihrer Erfahrung nach in der geschmückten Reithalle die Atmosphäre wahrnehmen, Orchester sowie Gesang hören und „merken, dass es sich um einen feierlichen Anlass handelt. Dann strengen sie sich besonders an – und manche sind besonders aufgeregt“. Die Barocken zeigen in unterschiedlichen Besetzungen klassische Dressurlektionen – und stehen vor der Herausforderung, diese mit der Musik in Einklang zu bringen. „Bewegung, Persönlichkeit des Pferdes und Musik müssen zusammenpassen“, sagt Beran, die mit Prochaska schon einmal beim Weihnachtsoratorium in Schwaiganger zusammenarbeitete. Beran spricht von einem „sehr ästhetischen Anblick“. Musiker, Sänger und Reiter werden für ein sinnliches Erlebnis sorgen – die einen für ein audielles, die anderen für ein visuelles. Fügt sich beides gut zusammen, kann ein wunderbares Gesamtwerk daraus werden.

Dr. Eberhard Senckenberg hat Prochaskas „Klassische Musik & Barocke Pferde“ erlebt – und freut sich aufs Wiedersehen. „Die Kombination kann sehr schön sein“, sagt der Leiter des Haupt- und Landgestüts Schwaiganger. Er kennt das Zusammenspiel von Musik und Pferden. „Man hat bei manchen das Gefühl, sie versuchen, sich in den Takt reinzufinden – je nachdem, wie sie drauf sind“, sagt Senckenberg. Wer sich öffnet und darauf einlässt, kann den Eindruck gewinnen, dass sich Wundersames vor seinen Augen abspielt: Pferde, die zu Bachs Musik tanzen.

Karten sind noch für 50 und für 68 Euro erhältlich, die Nachfrage ist nach Veranstalterangaben groß. Im Vorverkauf ist nur noch eine Reservierung unter Telefon 0 88 21/9 09 34 95 möglich. Eventuelle Resttickets gibt es an der Tageskasse.

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