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Bericht des Rathauschefs: Christian Scheuerer (l.) informiert über die Entwicklung der Gemeinde.

Bürgerversammlung Ohlstadt

Scheuerer tritt noch einmal an

Christian Scheuerer, seit 2014 Rathauschef in Ohlstadt, will es noch einmal wissen. Der 52-Jährige möchte sich 2020 erneut zur Wahl stellen. Projekte, die anstehen, gibt es genug, allen voran die Sanierung des Kanalnetzes.

Ohlstadt – Ganz am Ende der Bürgerversammlung, nach rund drei Stunden, nimmt Rathauschef Christian Scheuerer (parteifrei) im Postsaal noch Stellung zu seiner politischen Zukunft. Eigentlich hatte er vor, sich dazu im Herbst zu erklären. Jetzt kommt es doch anders. Scheuerer will sich 2020 für weitere sechs Jahre zur Wahl stellen. „Es wäre schön, wenn ich den Ort weiter führen könnte.“ Vorher hatte der Familienrat getagt – und laut Scheuerer zugestimmt. Der 52-Jährige hat Freude an der Arbeit und würde begonnene Projekte gerne weiter als Rathauschef begleiten. Er will dabei parteifrei bleiben.

Baustellen gibt es einige, etwa die Kanalisation. So steht eine umfangreiche Sanierung des Netzes an. Los geht’s heuer im Ortsteil Buchenried und Bahnhofsgebiet (Zone eins). Im Moment laufen die Ausschreibungen. „Das Ganze ist eine ziemliche Herausforderung“, machte der Bürgermeister deutlich. Und eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. „Wir kommen da gar nicht drum herum.“

Allein für die Zone eins stehen gemäß einer groben Schätzung Kosten von 800 000 Euro im Raum. Aktuell kostet der Kubikmeter Abwasser in Ohlstadt 87 Cent. Doch das wird sich nicht halten lassen, kündigte Scheuerer an. „In den nächsten Jahren wird da was kommen.“ Die Gebühr werde zwar nicht „explodieren“, aber steigen. Das Kanalnetz ist 40 bis 50 Jahre alt und anscheinend nie in größerem Stil saniert worden.

Beim Schwimmbad hat sich in jüngster Zeit hingegen schon etwas getan. Das Hauptgebäude wurde auf Vordermann gebracht. Zudem errichtete die Gemeinde im Zuge des kommunalen Wohnungsbaus ein Gebäude. Auch für die Wasserversorgung, den Radweg Schwaiganger-Murnau und den Breitbandausbau waren 2018 erhebliche Mittel nötig. 3,2 Millionen Euro investierte die Gemeinde im abgelaufenen Jahr. Die Schulden betragen im Moment 637 000 Euro. Dem stehen allerdings Rücklagen von etwa 2,3 Millionen Euro gegenüber. Die Kommune ist also quasi schuldenfrei.

Neben den Finanzen informierte der Bürgermeister auch noch über Neuerungen in Sachen Verkehr. So wird demnächst das gelbe Ortsschild ein gutes Stück versetzt. Der Standort wird künftig dort sein, wo die Einfahrt zur Bartlmämühle ist. Hintergrund ist das neue Fahrradwegekonzept.

Eine schriftliche Eingabe bezog sich auf den Feneberg-Markt und die Frage, warum der Gemeinderat dort nicht Blumen und Printangebote ausgeschlossen hat. Denn diese sind auch in Läden im Ortszentrum erhältlich. Scheuerer wies darauf hin, dass der Bebauungsplan drei Mal öffentlich auslag – der Bürger es also bei dieser Gelegenheit hätte einfordern können. Ein anderer Besucher störte sich an einer großen Säule, die an der Fenebergeinfahrt steht. Diese sei „schauerlich“.

Roland Lory

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