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Helfer in der Not: die Wasserwacht.

Der Nachwuchs fehlt

Wasserwacht Ohlstadt löst sich auf

Momentan gibt es im Landkreis Garmisch-Partenkirchen elf Ortsgruppen der Wasserwacht. Ab Januar 2020 werden es nur noch zehn sein. Denn die Ohlstädter Ortsgruppe löst sich auf. Die Ehrenamtlichen ziehen damit die „Reißleine“.

Ohlstadt – Am Mittwoch haben sich Vertreter der Wasserwacht-Ortsgruppe Ohlstadt, der Kreiswasserwacht sowie des BRK-Kreisvorstands im Gasthaus Post zusammengesetzt. Der Anlass war kein erfreulicher. Bei dem Treffen wurde beschlossen, dass die Ortsgruppe aufgelöst wird. Offiziell gibt es sie noch bis 31. Dezember 2019.

„Hauptgrund ist, dass die Bereitschaft, sich für ein Ehrenamt zu engagieren, abnimmt“, sagt Ortsgruppenleiter Arthur Wöhnl. Man muss viel Zeit investieren. Wöhnl nennt die Wachstunden an den Wochenenden im Solarfreibad, Ausbildung oder auch planerische Dinge. „Man muss up to date sein.“ Das Hauptaugenmerk der Leute liege oft woanders, die Wasserwacht komme an zweiter oder dritter Stelle. „Man muss mit Vollgas dahinterstehen. Das können wir einfach nicht leisten.“ Daher hat die Ortsgruppe die „Reißleine gezogen“.

Rathauschef Christian Scheuerer (parteifrei) schnitt die Thematik unlängst im Rahmen der Bürgerversammlung an. „Es fehlt einfach der Nachwuchs. Das ist furchtbar schade.“ Er habe aber Verständnis für die Auflösung.

„Es gibt kaum Junge“, sagt auch Marc Lehmann, Vorsitzender der Kreiswasserwacht und spricht von „Überalterung“. In der Ortsgruppe seien kaum Kameraden unter 40 Jahren zu finden. Rund 40 Mitglieder gehören ihr aktuell an. 16 davon waren bei der Versammlung in der Post. Lehmann bedauert das Ende der Wasserwacht Ohlstadt. „Das ist sehr schade.“ Man habe noch versucht, die Kameraden umzustimmen. „Das hat leider nicht geklappt.“ Allerdings macht es aus seiner Sicht auch keinen Sinn, etwas künstlich am Leben zu erhalten. „Wenn man es macht, muss man es richtig machen.“ So ein Ehrenamt sei nicht nebenher zu erledigen.

Lehmann betont, dass es keinen Groll gegeben habe. „Kein schlechtes Wort, zu keinem Zeitpunkt. Der Umgang war außerordentlich fair und offen.“ Die Auflösung hatte sich bereits im Herbst angedeutet. Im Winter reifte die Entscheidung.

Einer, der bei der Versammlung in der Post dabei war, ist der BRK-Kreisvorsitzende Thomas Schwarzenberger. Auch er bedauert die Auflösung „sehr“. Doch ihm „ist nachvollziehbar dargestellt worden, dass es derzeit keinen Sinn macht“, sich weiter zu engagieren. „Die Anforderungen ans Ehrenamt sind mittlerweile hoch“, macht der Krüner Bürgermeister deutlich. Er glaubt, dass es schwierig wäre, die Ortsgruppe später wieder zu beleben. „Ich habe Bedenken, dass das klappt.“ Die bisherigen Aktiven seien jedenfalls „mit viel Engagement und Herzblut“ bei der Sache gewesen.

Für die Gemeinde Ohlstadt, die das Freibad betreibt, tut sich derweil ein Problem auf. Sie wird wohl zusätzlich zum Bademeister eine Aufsicht engagieren müssen. Im Gemeinderat ist nach Angaben von Vizebürgermeister Franz Gaisreiter (CSU) noch nicht darüber gesprochen worden. „Das ist sicher eine Lücke, die man schließen muss. Mit einem Bademeister allein ist das nicht zu bewältigen. Da muss man sich was überlegen“, betont Gaisreiter.

Roland Lory

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