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Das Logo des Projeks ist schon fertig: In Schwangau wurde es den Gemeinde-Vertretern präsentiert.

Ein Rückblick in die Vergangenheit

Das Erbe der Wetzsteinmacher

Das Handwerk der Wetzsteinmacher hat in der Region eine lange Geschichte. Damit diese nicht in Vergessenheit gerät, wollen Vertreter aus dem Landkreis und dem Allgäu einen Rückblick in die Vergangenheit schaffen. Jetzt hoffen sie auf Fördergelder.

Ohlstadt – Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) ist fasziniert von der Geschichte des Alpenlands. Davon, wie es damals war, als Wetzsteinmacher in den Steinbrüchen der Region ihr hartes Brot verdienten. Der Handel mit den Wetzsteinen blühte vor zirka 200 Jahren. In ganz Europa fanden sie zum Schärfen von Sensen, Messern und Sicheln Verwendung. Auch zwischen den Gemeinden, die über Steinbrüche verfügten, gab es enge Geschäftsbeziehungen. Die reichten bis ins Allgäu. „Ohlstadt hatte Brechrechte in Schwangau“, sagt der Ohlstädter Rathaus-Chef. Das wissen die wenigsten – und das soll sich ändern.

Scheuerer und die Bürgermeister der Gemeinden Schwaigen, Unterammergau, Halblech und Schwangau möchten die Erinnerung an das bäuerliche Gewerbe bewahren – und die historischen Strukturen sichtbar machen. In Ohlstadt etwa soll ein neuer Wanderweg zum großen Wetzsteinbruch entstehen. Bildtafeln und Ortsansichten sollen aufgestellt werden – so wie auch in den anderen Gemeinden. „Das Logo gibt es bereits“, betont der Ohlstädter Bürgermeister. Es zeigt den 70 Kilometer langen Weg von Ohlstadt über Unterammergau, Halblech bis Schwangau. Bei der Bergmesse des Trachtenvereins „D’Schwanstoaner“ und der Musikkapelle kamen die Vertreter der Kommunen jüngst im Allgäu zusammen. Auf der Drehhütte besprachen sie die Details ihres Projekts.

Ob dies gelingt, hängt zu großen Teilen davon ab, wie es bei der nächsten Versammlung der „Lokalen Aktionsgruppe Zugspitz Region“ läuft, die am 19. Juli in Garmisch-Partenkirchen stattfindet. Dann wird sich entscheiden, ob „Das Erbe der Wetzsteinmacher“ EU-Fördergelder erhält. Ist das der Fall, könnte es mit der Umsetzung der Idee schnell vorangehen.

Ein ähnliches Vorhaben, das jedoch nichts mit dem Wetzsteinmacher-Projekt zu tun hat, ist die Errichtung einer Schleifmühle im Bereich der alten Säge in Ohlstadt. Hier kam nun die Zusage auf finanzielle Unterstützung seitens der EU – mit bis zu 75 000 Euro. Mit dem Bau soll es voraussichtlich 2018 losgehen.

Magdalena Kratzer

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