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Eine Legende: Pierre Brice als Winnetou. 

Riesige Sammlung im eigenen Haus

Winnetou-Fan bekommt besonderen Besuch

Wenn die weltbekannte Filmmusik ertönt, bekommen viele noch immer eine Gänsehaut. Winnetou alias Pierre Brice hat auch nach seinem Tod am 6. Juni 2015 noch weltweit eine riesige Fangemeinde. Ein Anhänger lebt in Ohlstadt: Josef Reißl. 

Ohlstadt – Was Josef Reißl seit 1962 an Erinnerungsstücken von Pierre Brice gesammelt hat und mit wie viel Liebe zum Detail der Ohlstädter Kirchenpfleger alles in einem speziellen Raum seines Hauses ausstellt, davon zeigte sich jetzt selbst die Witwe des beliebten Karl-May-Helden überwältigt. „So etwas habe ich bisher noch nicht gesehen“, sagte Hella Brice überwältigt und fast ehrfürchtig bei ihrem Besuch an der Kirchstraße.

Tief beeindruckt von der Winnetou-Sammlung Josef Reißls zeigt sich Hella Brice bei einem Besuch in Ohlstadt.

Als Reißl ihr beim vergangenen Fan-Treffen in Kroatien ein Foto gezeigt hatte, auf dem der verstorbene Schauspieler als Winnetou auf einem riesigen Poster an seiner Hauswand zu sehen ist, war sie neugierig geworden. Vor allem, weil direkt daneben der Kirchturm zu sehen war. Wo so etwas möglich ist, das wollte sich Hella Brice doch einmal aus der Nähe anschauen. Da die aktuell noch auf ihrem französischen Landsitz lebende Witwe ohnehin viel unterwegs ist und Geschwister im Umkreis hat, nahm sie die Einladung zu einem gemeinsamen Weißwurst-Essen gerne an. Ihr Nachlassverwalter Michael Lehberger aus Zürich, ein gemeinsamer Freund sowie die Schwester aus Aidling gesellten sich noch dazu, ebenso der Ohlstädter Bürgermeister Christian Scheuerer.

Alle staunten nicht schlecht, was Reißl alles in seinem kleinen Ausstellungsraum zusammengetragen hat: Unzählige Poster – manche davon unter Sammlern heiß begehrt –, die komplette Filmmusik, viele handsignierte Bücher und Erinnerungsfotos von Begegnungen mit Karl-May-Stars bis hin zu Steinen von den Original-Drehorten. Natürlich dürfen die berühmten Starschnitte aus der „Bravo“ von Winnetou und Old Shatterhand nicht fehlen. Ein besonderes Zeugnis dieser Passion ist das selbst gestaltete Heft, in dem Reißl 1963/64 alles mit der Schreibmaschine abgetippt und mit Bildern dokumentiert hat, was er in der „Bravo“ über Winnetou finden konnte. „Nun sehen wir Sie endlich von Angesicht zu Angesicht“ – 1962 ist bei diesen einführenden Worten der Karl-May-Verfilmung vom „Schatz im Silbersee“ der Funke übergesprungen.

„Als dann Pierre Brice und Lex Barker mit ihren Pferden angeritten kamen, war es um mich geschehen“, erzählt der Ohlstädter Fan. 2004 hat sich Reißl dann einen großen Traum erfüllt und ist an den bedeutenden Drehort auf den Tulove Grede gefahren. Ebenso besucht er, so oft es geht, die Filmfestspiele in Bad Segeberg und in Dasing. Seit einigen Jahren reist er in Begleitung seiner Frau, die seine Leidenschaft unterstützt, zu den regelmäßigen Treffen der Fans nach Kroatien. „Lebe deinen Traum“, ist das Motto der Fangemeinde.

Dies sah der Kirchenpfleger mit dem Besuch der Gäste wieder erfüllt. Hella Brice brachte ebenfalls ihre große Freude zum Ausruck: „Es ist für mich eine Ehre zu sehen, dass nicht nur ich mit Pierre so verbunden bin. Seine Seele ist unsterblich, und durch diese Erinnerungen kann man mit ihm weiterleben.“

Wer einmal selbst die umfassende Sammlung von Josef Reißl in Augenschein nehmen will, ist herzlich eingeladen und kann sich unter Telefon 08841/4877833 anmelden. Es lohnt sich.

Birgit Schwarzenberger

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