Ort des Geschehens: der Kleinaschauer Filz. Das Gebiet liegt auf der Flur der Gemeinde Ohlstadt.
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Ort des Geschehens: der Kleinaschauer Filz. Das Gebiet liegt auf der Flur der Gemeinde Ohlstadt.

Im Kleinaschauer Filz

Zu viel Holz geschlagen: Forstamt greift ein

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist 2020 bei einem Holzeinschlag im Kleinaschauer Filz sehr großzügig vorgegangen. Das Forstamt intervenierte. Die Regierung von Oberbayern segnete die Maßnahme nachträglich jedoch ab.

  • Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat 2020 im Kleinaschauer Filz mehr Holz eingeschlagen als erlaubt.
  • Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim intervenierte.
  • Die Regierung von Oberbayern hat kein Problem mit der Maßnahme.

Ohlstadt – Wenn der Natur wegen eines Bauvorhabens etwas genommen wird, müssen entsprechende Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen realisiert werden. Dies ist im Zusammenhang mit der geplanten Halbanschlussstelle an der A 95 bei Gut Weghaus nicht anders.

Areal auf Ohlstädter Flur

Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen hat der Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern (ehemals Autobahndirektion Südbayern), ein Grundstück für diese Zwecke im Kleinaschauer Filz auf Ohlstädter Flur zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um den Bereich „Filzlüss“.

0,4 Hektar zu viel entfernt

In dem Areal wurden im vergangenen Jahr Gehölze entfernt, allerdings 0,4 Hektar zu viel, vor allem Fichten. Die Maßnahme ging somit über den Inhalt des Planfeststellungsbeschlusses hinaus. „Die waren recht großzügig mit dem Einschlag“, sagt Martin Kainz, Abteilungsleiter beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim (AELF). Die Behörde intervenierte. Der Grund: „Das war so nicht abgesprochen mit der Unteren Naturschutzbehörde“, sagt Kainz. Es seien Bäume gefällt worden, obwohl dafür keine Genehmigung vorgelegen habe. Wobei Kainz sagt: „Bäume zu fällen ist per se nicht verboten, aber es besteht das Risiko, dass man wiederaufforsten muss, wenn die Genehmigung nicht kommt.“ Der Landkreis ist nicht der Meinung, einen Fehler begangen zu haben. Nachdem ein Sturm die größeren Bäume auch im Süden des Areals „geworfen hatte und schweres Gerät hätte anrücken müssen, bot sich aus Gründen der Kosteneffizienz an, die Arbeiten auf der südlichen Fläche gemeinsam mit der nördlichen zu erledigen“, sagt Wolfgang Rotzsche, Sprecher des Landratsamts. Abgesehen davon wäre die Maßnahme, wie sie ursprünglich geplant war, ihm zufolge auch etwas unbefriedigend gewesen, unter anderem wegen Schattenwurfs. „Die Autobahn GmbH hatte sich im Gegenzug zur Flächenbereitstellung durch den Landkreis dankenswerter Weise bereit erklärt, die Maßnahme zu optimieren und die Arbeiten auch im südlichen Teil der Fläche mit zu erledigen.“

Kein positiver Bescheid

Rotzsche betont, dass es sich um eine „sinnvolle Maßnahme“ handelte. Ein Rodungsantrag sei vor etwa einem Jahr gestellt worden, „es besteht laut Waldgesetz auch ein grundsätzlicher Anspruch auf Genehmigung“. Doch vom AELF kam zunächst kein positiver Bescheid. Ausgeführt hat die Arbeiten eine Firma, die von der Autobahndirektion/Autobahn GmbH beauftragt war. Ein Teil des Areals, in dem die zusätzliche Rodung stattfand, ist als Biotop eingetragen. Das Gelände ist aber nicht Teil des Naturschutzgebiets Murnauer Moos.

Regierung: Alles in Ordnung

In der Sache war auch die Regierung von Oberbayern involviert. Die übergeordnete Behörde hatte kein Problem mit dem Vorgehen des Landkreises Garmisch-Partenkirchen. Die höhere Naturschutzbehörde befürwortete die „Anpassung der Ausgleichsmaßnahme“, wie Wolfgang Rupp mitteilt, Sprecher der Regierung. Negative Folgen für den Landkreis? Fehlanzeige. Die nötige Ergänzung der Planfeststellung ist derzeit noch in Arbeit. Für AELF-Abteilungsleiter Kainz ist der Fall erledigt. „Jetzt ist alles im grünen Bereich.“

Insider schüttelt den Kopf

Ein Insider hat kein Verständnis, dass das Vorgehen des Landkreises keine Konsequenzen hat. „Wenn ein normaler Landwirt so etwas anstellt, geht der Rauch auf.“

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