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Präsentieren alte Fotoapparate und historische Ortsansichten: Museumsleiter Max Haider und Waltraud Klammet mit ihrer Linhof-Großbildkamera.

Ausstellung im Dorfmuseum

Ohlstadt in Schwarz-Weiß

Ohlstadt - Freunde historischer Fototechnik werden von der aktuellen Sonderausstellung im Ohlstädter Dorfmuseum im Kaulbachhaus begeistert sein, ebenso alle Heimatforscher: Dort sind über 100 alte Fotos und historische Kameras zu sehen.

Im Kaulbachhaus sind rund zwei Dutzend Kameras nebst Zubehör aus dem Fundus des international bekannten Natur- und Bergfotografen Gerhard Klammet (1914 bis 1990), seiner Mutter Martha und seiner Tochter Waltraud zu sehen. Auch über 100 Schwarzweiß-Fotos aus den Jahren 1890 bis 1960 wurden von Museumsleiter Max Haider aus dem Archiv des örtlichen Heimatvereins geholt oder von dessen Mitgliedern zur Verfügung gestellt.

„Unser Dorf, bevor die Fotos farbig wurden“: So lautet der Titel der Präsentation, die nach der Winterpause am kommenden Samstag, 2. April, ab 15 Uhr erstmals in Augenschein genommen werden kann. So blicken dem Betrachter auf einem um 1900 datierten Bild Arbeiter in der rauen Umgebung eines Wetzsteinbruchs entgegen. Und längst vergangene Zeiten werden beim Anblick der einstigen Hufschmiede an der Schwaiganger Straße wach, die von 1830 bis 1930 bestand. An anderer Stelle zeugt ein Foto von der nicht immer ungefährlichen Floßfahrt auf der Isar, bei der auch Buben aus dem Dorf kräftig zulangen mussten. Für traditionsbewusste Besucher besonders interessant sind die Darstellungen von prächtigen Trachtenumzügen durch die (damals noch nicht asphaltierte) Dorfstraße.

Die ausgestellten Kameras stammen zum Teil von der Mutter Gerhard Klammets, die eine leidenschaftliche Fotografin war. Das älteste Exemplar entstand etwa um das Jahr 1890 – eine hervorragend erhaltene Plattenkamera mit ausziehbarem Faltenbalg.

Klammet, der aus Oberfranken stammte und seine Lehrzeit in Garmisch-Partenkirchen verbrachte, hatte 1956 das Kühlmann-Anwesen in Ohlstadt erworben und sich bald einen Namen als Natur- und Bergfotograf, aber auch als Kulturfilmer gemacht. Seine Streifen liefen deutschlandweit als Vorfilme in den Kinos. So ist auch eine 16-Millimeter-Filmkamera unter den Exponaten.

Tochter Waltraud Klammet, wie die Eltern ebenfalls eine professionelle Lichtbildnerin, steuert unter anderem ihren ersten Fotoapparat bei – eine kleine Agfa-Box – und eine prachtvolle Linhof-Großbildkamera für Planfilme im Format 13 mal 18.

Heino Herpen

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