Aufklärung in den Morgenstunden: Polizeioberkommissar Josef Grasegger (l.) und Polizeiobermeister Martin Sponsel notieren sich die Personalien zwei Schüler. An ihren Fahrrädern finden die Beamten einige Mängel. foto: Sehr

Ohne Licht schaut’s schnell finster aus

Garmisch-Partenkirchen - Fahrräder mangelhaft: Die Garmisch-Partenkirchner Polizei kontrolliert derzeit verstärkt an Schulwegen - und erlebt dabei viele Überraschungen.

Licht? Fehlanzeige! Am Fahrrad baumelt ein einzelner Draht aus der rostigen Halterung. „Das ist mir gerade beim Herfahren runtergefallen,“ versucht sich ein Schüler bei den Polizisten herauszureden, die ihn im Morgengrauen auf dem Weg zur Schule angehalten haben. Doch Polizeioberkommissar Josef Grasegger und Polizeiobermeister Martin Sponsel von der Inspektion Garmisch-Partenkirchen kennen schon jede Ausrede. Die Beamten stehen derzeit häufig - so auch gestern - vor Schulbeginn an den Radwegen und kontrollieren die Schüler.

„80 bis 90 Prozent der Räder sind zu beanstanden, weil das Licht entweder defekt oder nicht vorhanden ist“, verdeutlicht Grasegger. Vor allem in der dunklen Jahreszeit steigt die Gefahr, übersehen zu werden. Seit August kam es in der Marktgemeinde zu 15 Unfällen, bei denen Fahrradfahrer verletzt wurden. Die meisten sind zudem ohne Helm unterwegs. „Dabei ist das wie beim Skifahren, da haben doch auch alle einen Helm auf“, sagt Verkehrssachbearbeiter Josef Ostler. „Die Verkehrsmoral in der Bevölkerung ist leider nicht sehr hoch.“

Daher erheben die Beamten bei ihren Kontrollen auch keine Bußgelder. Sie wollen aufklären und schreiben nur Mängelanzeigen. „Die Betroffenen müssen dann innerhalb einer Woche auf die Wache kommen und nachweisen, dass die Mängel beseitigt wurden“, erklärt Grasegger. Im Fall der Schüler sei es Aufgabe der Eltern, für ein intaktes Rad zu sorgen. Dabei sind Grasegger und Sponsel eh noch kulant. Das Fahren ohne Licht kostet laut Bußgeldkatalog eigentlich zehn Euro. (tp)

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