Ohne Schmuck zurück ins Tal

Mittenwald - Tausende Schaulustige haben am Sonntag Mittenwalds Straßen beim Almabtrieb gesäumt. Da nicht alle Kühe von der Sommerweide zurückgekehrt sind, waren sie nicht bekranzt.

Der Ortskern von Mittenwald ist schier aus allen Nähten geplatzt. Tausende Schaulustige drängelten sich am Sonntagvormittag in und an den Straßen, um den Almabtrieb der Rinder nicht zu verpassen. Dass diese fast eine halbe Stunde Verspätung hatten, ließ die Menge nicht nervös werden. Dann aber zogen die Tiere, angeführt von Almmeister Michael Hibler und seinem Stellvertreter Sepp Braun, über die Partenkirchner- und die Hochstraße Richtung Obermarkt. Ein Polizeiauto fuhr voraus, um den Weg durch die Menge zu bahnen.

Die Rinder waren bereits um 8 Uhr morgens vom Altmeister und seinen Helfern von der Seinsalm zurück ins Tal getrieben worden. Nach der Sommerweide auf dem Brandle im Karwendel haben sie dort noch zwei Wochen Zwischenstation gemacht. Bis Kirchweih bleiben die Rinder nun am Riedboden, ein nicht allzu schlechtes Wetter vorausgesetzt.

Wegen der vielen Schaulustigen waren die ebenfalls angekündigten neun Pferde aus Sicherheitsgründen nicht mit dabei. Und dass die Rinder bei ihrem Almabtrieb auch heuer erneut keinen Kopfschmuck trugen, störte die wenigsten Zuschauer. Wegen drei toter Tiere im Lauf des Almsommers musste auf das sogenannte Bekranzen zum Leidwesen der Veranstalter bereits zum zehnten Mal verzichtet werden.

Kaum war die Herde, aufgeteilt in Gruppen, in Richtung Innsbrucker-Straße unterwegs, zog ihr die Menschenmasse hinterher zur Abschlussweide im Ried. Das vom Alpenrosserer Sepp Zunterer bewirtschaftete Festzelt war mittags schon fast so voll wie zuvor die Straßen im Ort. Davor lockten Marktstandl Einheimische und Gäste an. Die Kinder durften sich an einem Kletterturm aus Heuballen sowie am Schmink- und Bastelstand vergnügen, während sich die Erwachsenen im Festzelt zur Musik des Mittenwalder Karwendelecho bei Wiesn-Stimmung bis in die Abendstunden amüsierten.

Damit fand das jeweils bestens besuchte dreitägige Almfest mit dem Festzug und Heimatabend des mitveranstaltenden Gebirgstrachtenvereins am Freitag und einer Top-Party mit der Band „Hot Stuff“ am Samstag nun seinen Abschluss.

Zu Ende ist der Almabtrieb in Mittenwald damit allerdings noch lange nicht: Am Freitag, 30. September, leitet die Alperer’s Westernnacht um 18 Uhr im Festzelt den Almabtrieb der Pferde am Samstag, 1. Oktober, um 12 Uhr ein.

Hannelore Hässler

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