Alles klar: Uwe Harnos (l.) und Johann Oswald (r.) reichen sich die Hand auf eine gute WM. Auch Thomas Schmid (2.v.l.) und Franz Reindl freuen sich darauf. foto: Sehr

OK-Gründung nächster Schritt

Garmisch-Partenkirchen - Für die U20-Weltmeisterschaft im Dezember ziehen alle an einem Strang - Testspiel zwischen U20 und SCR?

Um einen Scherz ist Johann Oswald nie verlegen. Als bei der Pressekonferenz zur U20-Weltmeisterschaft gestern im Rathaus das Gespräch auf Renovierungsarbeiten im Olympia-Eisstadion kam, um dort professionelle Rahmenbedingungen bieten zu können, da zückte er eine Visitenkarte und überreichte sie Bürgermeister Thomas Schmid. „Ich wüsste da einen guten Fliesenleger“, gab der Vorsitzende des SC Riessersee Eishockey e.V. dem Gemeindeoberhaupt lachend mit auf den Weg. Schließlich ist er selbst Meister in diesem Fach.

Hinter diesem Scherz steckt freilich schon ein wenig Ernst. Paul Karl, Oswalds Stellvertreter, hatte die anwesenden Funktionäre des Deutschen Eishockey-Bunds und speziell Schmid darauf hingewiesen, dass es im Eissport-Zentrum doch einige Missstände, beispielsweise in puncto Kabinen, gibt. „Zwei Kabinen müssen auf jeden Fall saniert werden, auch die Flure gehören mal geweißelt.“ Dazu funktioniert die Zeitnahme nicht für den internationalen Spielbetrieb - und eigentlich auch nicht für die Zweite Liga. Schmid nahm’s zur Kenntnis und versprach: „Gebt mir eine Liste, dann kümmere ich mich drum.“

Der guten Laune aller Beteiligten tat dieses Thema keinen Abbruch. „Ich bin sehr stolz, dass wir die U20-WM in Garmisch-Partenkirchen ausrichten und dass hier alle an einem Strang und in eine Richtung ziehen“, betont der Bürgermeister. „Eishockey gehört einfach zu unserem Ort.“ Das sieht auch Oswald so. „Wir haben derzeit ein bisschen Probleme. Aber durch diese WM können wir das Interesse vielleicht auffrischen und Eishockey wieder populärer machen“, hofft der Nachwuchs-Chef.

Um im Dezember als Ausrichter gewappnet zu sein, steht baldmöglichst die Gründung eines heimischen Organisationskomitees (OK) auf der Tagesordnung. Dann geht es an die Umsetzung der einzelnen Projekte, die auf dem Papier vom Verband schon festgehalten sind. „Wir haben schon die Hotels fix gemacht, alle Fragen rund ums Eis und Stadion sind auch geklärt“, versichert DEB-Generalsekretär Franz Reindl. „Wenn der Terminplan dann Mitte September endgültig abgesegnet ist, können wir auch mit dem Ticketverkauf beginnen.“ Für eine sorgenfreie Abwicklung werden rund 50 Freiwillige gesucht. „Einige haben sich schon gemeldet“, sagt Reindl. Konkreter wird es, wenn das OK steht.

Damit der Zuschauerzuspruch stimmt, will der Verband richtig Geld in die Hand nehmen. Nicht nur in der Region soll kräftig Werbung gemacht werden für die Titelkämpfe und die Mission Wiederaufstieg, auch in den verschiedenen deutschen und bayerischen Ligen sind PR-Aktionen geplant - sogar im benachbarten Ausland Österreich und Slowenien.

U20-Trainer Ernst Höfner und GmbH-Chef Ralph Bader kamen sogar spontan auf die Idee, ein Testspiel zwischen dem Nationalteam und dem SC Riessersee auszutragen. „Ich denke, dass viele Zuschauer nicht wissen, was da für ein Niveau geboten wird“, meint Höfner. „Das könnte eine gute Sache sein.“ (cf)

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