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2400 Unterschriften pro Olympia: Bürgermeister Thomas Schmid (M.) erhält die Listen von den Vertretern des Bürgerbegehrens (v. l.) Jutta Griess, Florian Möckl, Peter Fischer und Georg Fink.

Olympia 2018: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Garmisch-Partenkirchen - Befürworter und Gegner der Olympia-Bewerbung liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Einreichen ihrer Unterschriftenlisten. Sollte es zum Bürgerentscheid kommen, könnte dieser im Mai stattfinden.

Reiner Schmid-Egger bedient sich des Sportjargons und spricht von „einem Speedrennen, bei dem die andere Seite eben ein bisschen vorne liegt“. Der Vorsprung, den die Befürworter der Olympia-Bewerbung für sich verzeichnen können, bezieht sich derzeit nur auf den Termin, an dem sie ihre Unterschriften einreichen. Peter Fischer und seine Mitstreiter übergaben die prall gefüllten Ordner gestern Nachmittag an Bürgermeister Thomas Schmid. An gleicher Stelle tauchen heute Vormittag Schmid-Egger und weitere Vertreter der Olympia-Gegner im Rathaus auf, um die Listen mit ihren Unterstützern abzugeben. Und auf diesen herrscht momentan Gleichstand: Beiden Seiten liegen aktuell 2400 und damit weitaus mehr als die erforderlichen 1697 Unterschriften vor.

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Die Listen werden nun von der Gemeindeverwaltung geprüft. „Das heißt, wir gleichen sie mit dem Wählerverzeichnis ab und schauen, ob nicht jemand bei einem Bürgerbegehren doppelt unterschrieben hat“, verdeutlicht Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer. Zudem werde geklärt, ob Fragestellung und Begründung die formalen Voraussetzungen an ein Bürgerbegehren erfüllen. Nachdem dafür, ähnlich wie bei Wahlen, vorsorglich drei zusätzliche Kräfte eingestellt wurden, rechnet Schmid in zwei Wochen mit einem Ergebnis, so dass der Gemeinderat anschließend sofort über die Zulässigkeit befinden kann. Sollte es zum Bürgerentscheid kommen, „dann findet der im Mai statt“, kündigt der Rathaus-Chef an. Angesichts der beiden Fragestellungen - die Gegner fordern eine Überprüfung der Verträge mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), die Befürworter setzen auf ein klares Ja für die Bewerbung - fordere der Gesetzgeber eine Stichfrage, weiß Schmid. Ein Bürgerentscheid dieser Größenordnung koste die Gemeinde insgesamt circa 40 000 Euro, bei nur einer Frage würden 20 000 bis 25 000 Euro veranschlagt.

Diese Kosten scheut der Bürgermeister allerdings nicht: „Ich bin erst einmal froh, dass wir dem IOC sagen können, dass innerhalb von zehn Tagen 2400 Menschen auf den Listen der Befürworter unterschrieben haben“, erklärt er und betont gleichzeitig, dass er zum jetzigen Zeitpunkt des Verfahrens noch nicht zur Neutralität verpflichtet sei. „Das ging alles noch schneller als zunächst erhofft.“

Auf diesen Lorbeeren will sich Fischer, der Frontmann des Bürgerbegehrens Pro Olympia, aber nicht ausruhen: „Wir sammeln weiter Unterschriften, wir wollen ja ein Zeichen setzen und zeigen, wie viele Leute hinter der Bewerbung stehen.“ Ähnlich handhaben es die Gegner, deren Listen ebenfalls weiter ausliegen. Letzter Stichtag, um diese im Rathaus einzureichen, ist der Tag, an dem der Gemeinderat über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entscheiden muss. (tab)

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