1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen

Olympia 2018: Zweifel am Bau der Tunnel und Kritik an Bürgermeister Schmid

Erstellt:

Kommentare

null

Garmisch-Partenkirchen - Mitglieder des Sportausschusses trafen sich mit Lokal-Politikern, um sich ein Bild über den Stand der Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele 2018 zu machen.

Den Menschen in Garmisch-Partenkirchen und im Landkreis wird viel versprochen. Die Vorteile, die Olympische Winterspiele 2018 brächten, würden die Nachteile bei weitem aufwiegen. Gewuchert wird von den Befürwortern immer gerne mit dem Pfund Infrastruktur. Kommt Olympia, wird gebetsmühlenhaft behauptet, könne fest mit dem Bau von Wank- und Auerbergtunnel sowie den Umfahrungen Oberau und Ettal gerechnet werden. Die Erwartungen der von Staus und Abgasen geplagten Bürger erhielten gestern einen Dämpfer. Winfried Hermann, Mitglied des Sportausschusses des Bundestages, der Garmisch-Partenkirchen ein zweitägigen Informationsbesuch abstatte, streute Zweifel: „Dass alle Maßnahmen durchgehen, dafür bestehen nur begrenzte Hoffnungen. Dazu müssten Sonderregelungen geschaffen werden.“

Der Grünen-Politiker weiß, wovon er spricht: Hermann ist auch Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Er verweist darauf, dass andere Projekte in Deutschland dann „nicht zur Freude der Betroffenen“ auf Eis gelegt werden müssten. Das sieht Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid ganz anders. Der Wanktunnel sei „nicht diskutierbar“. Alles, was im Eckdatenpaier stehe, werde auch gebaut. Hannes Krätz, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Marktgemeinderat, springt Schmid zur Seite. „Die Baumaßnahmen sind ein ganz wesentlicher Bestandteil des Ganzen.“

Alle Parlamentarier, die sich am Sonntagabend mit Lokalpolitikern sowie Umwelt- und Naturschützern getroffen hatten und die sich am Montagvormittag von den „Fremdenführern“ Rosi Mittermaier und Christian Neureuther die örtlichen Sportstätten zeigen ließen, zeigten sich durch alle Fraktionen vom Vortrag Axel Doerings beeindruckt. Sein Bestreben, Olympia 2018 in Bayern durch ein Bürgerbegehren zu kippen, stieß vor allem bei von Cramon auf offene Ohren. „Ich bin für ein Bürgerbegehren, die Menschen müssen eingebunden werden. Dazu ist es nie zu spät.“ Ganz anderer Ansicht ist Eberhard Gienger (CDU). Der ehemalige Reckweltmeister (1974), der bei den Olympischen Sommerspielen 1976 die Bronzemedaille am gleichen Gerät gewann, widerspricht: „Olympia ist durch die Beschlüsse des Gemeinderates legitimiert“.

Die meisten Mitglieder des Sportausschusses machten Bürgermeister Schmid für die Negativ-Schlagzeilen, die die Bewerbung in der Vergangenheit störten, verantwortlich. Besonders weit lehnte sich dabei Dagmar Freitag (SPD) aus dem Fenster. „Es hätte mehr Fingerspitzengefühl gezeigt werden müssen. Der Bürgermeister hätte mehr mit den Bürgern und den Fraktionsvorsitzenden der kleinen Fraktionen kommunizieren müssen. Da ist nicht alles optimal gelaufen“, sagte sie. „Das ist meine persönliche Meinung.“ Vorwürfe, die Schmid so nicht stehen lassen möchte: „Ich bin sehr verwundert. Das ist schlechter Stil. Ich glaube nicht, dass sie die Situation in Garmisch-Partenkirchen so genau kennt.“ Er verweist auf das Abstimmungsergebnis im Gemeinderat über das Eckdatenpapier, als das Gros pro Olympia votiert hatte. „Da war Zustimmung quer durch alle Fraktionen.“

Peter Reinbold

Auch interessant

Kommentare