Kämpfer für Winterspiele 2022 in Garmisch-Partenkirchen: OlympiJa-Chef Heinz Mohr. foto: sehr

Olympia 2022: „Für uns wird es billiger“

Garmisch-Partenkirchen - Finanzieller Anteil Garmisch-Partenkichens an einer möglichen Bewerbungsgesellschaft sinkt.

Mit einem Stufenplan soll eine eventuelle Bewerbung Münchens mit Garmisch-Partenkirchen, Ruhpolding und Königssee um die Olympischen Winterspiele 2022 vorangetrieben werden.„Ich bin optimistisch, dass die Bürger sich der Bedeutung und der Chancen von Winterspielen in Deutschland bewusst sind“, sagte Dr. Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, vor einigen Wochen auf einer Präsidiumssitzung in Hamburg. Bis zum Herbst dürften die Machbarkeitsstudien über ein modifiziertes Sportstättenkonzept der bayerischen Kandidatur abgeschlossen sein. Zudem ist vorgesehen, die internen Vorbereitungen für die Bürgerbegehren zu intensivieren. Stattfinden sollen diese am 10. November in allen vier bayerischen Schauplätzen, die als Olympia-Gastgeber vorgesehen sind.

Der Münchner Stadtrat will heute ein Ratsbegehren auf den Weg bringen, gleiches plant der Gemeinderat Garmisch-Partenkirchen in seiner Sitzung am 19. Juni zu beschließen. Der Ältestenrat, dem die drei Bürgermeister Thomas Schmid, Daniela Bittner (beide CSB) und Hannes Krätz (FWG) sowie die Fraktionsvorsitzenden Dr. Peter Samstag (CSB), Elisabeth Koch (CSU) und Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) angehören, hat sich darauf verständigt. „Wir werden die Bürger einbeziehen, darüber herrscht große Einigkeit“, sagt Schmid. Die Fragestellung wird eine einfache sein. Die Bürger können sich mit „Ja“ pro oder mit „Nein“ contra Olympia entscheiden. Die Kosten für diesen Entscheid werden sich in Garmisch-Partenkirchen auf „rund 30 000 Euro“ (Schmid) belaufen. München wird er teurer kommen. Die Verwaltung der Landeshauptstadt rechnet mit 975 000 Euro.

Die Finanzen werden auch in einer neuerlichen Bewerbung eine zentrale Rolle spielen. Die Beteiligung an der Bewerbungsgesellschaft, die derzeit ruht, aber wiederbelebt werden soll, dürfte geringer ausfallen. An der alten hielt Garmisch-Partenkirchen acht Prozent der Anteile. Durch den Einstieg von Ruhpolding, wo bei einem Zuschlag Biathlon und Langlauf ausgetragen werden sollen, rechnet Schmid damit, „dass es für uns billiger wird“.

Auf 33 Millionen Euro belief sich der Etat der Bewerbungsgesellschaft für Olympia 2018. Schmid glaubt, dass für 2022 weniger Geld in die Hand genommen werden muss. „Man kann ja schon auf dem Konzept aufbauen.“ 40 Prozent kleiner als 2018 würde Olympia 2022 in der Marktgemeinde werden. Für das abgespeckte Olympische Dorf und die Sportstätten sollen nur Flächen verwendet werden, die sich in Gemeindebesitz befinden oder für die die Verwaltung langfristige Pachtverträge besitzt. „In dieser Hinsicht sind wir auf der sicheren Seite“, meint der Rathaus-Chef. Den Planern will er allerdings klare Vorgaben machen und sich auch nicht dreinreden lassen. „Wir schaffen an.“

An eine Zustimmung von „50+x“ glaubt er, nachdem er bei seinen zahlreichen Terminen im Ort eine „positive Haltung für Olympia“ festgestellt haben will. Aber er erwartet natürlich auch Gegenwind - aus derselben Ecke, die schon Olympia 2018 zu verhindern trachtete. Axel Doering, der örtliche Chef des Bundes Naturschutz, hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und viele Menschen für seine Sicht der Dinge begeistern können. Unterstützung erhielt er von NOlympia und Ludwig Hartmann, dem Abgeordneten der Grünen im Bayerischen Landtag. „Hartmann wird sicher mitmischen“, sagt Schmid. Er ist sich allerdings der Hilfe von OlympiJa gewiss, jenem Verein, dem Heinz Mohr vorsteht und der derzeit nach Schmids Angaben mehr als 800 Mitglieder hat. „Wir haben und hatten immer Kontakt und tauschen uns häufig aus“, so Schmid. Olympia begeistert ihn nicht nur weil er „sportaffin“ ist, sondern auch, weil er überzeugt davon ist, dass Ort und Landkreis die Spiele brauchen, um die brachliegenden Infrastrukturmaßnahmen zu forcieren. „Ich will die Tunnel und die Umfahrung von Oberau. Jede Minute, die der Münchner schneller bei uns ist, bedeutet bares Geld“, betont Schmid. „Diese Projekte bekommen wir nur mit Olympia.“

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