Drei Sportstätten für die fünf Ringe: Das Konzept der Spiele sieht die Kandahar und den Hausberg sowie das Skistadion und den Gudiberg als Schauplätze vor. Albert Speer & Partner

Olympia 2022: Gemeinde geht auf Grundbesitzer zu

Garmisch-Partenkirchen - Die notwendigen Grundstücke an den Sportstätten waren Streitobjekte der Bewerbung für Olympia 2018. Für die Winterspiele 2022 benötigen die Planer erneut private Flächen.

Es ist eine Frage, die im Grunde bis zum heutigen Tag nicht abschließend geklärt ist: Wäre das Konzept der Olympischen Winterspiele 2018 zu realisieren gewesen ohne die privaten Eigentümer, die sich weigerten, ihren Grund und Boden dafür zur Verfügung zu stellen? Vertreter des Marktes Garmisch-Partenkirchen und der Bewerbungsgesellschaft sagten bis zum bitteren Ende: ja. Gegner waren ebenso lange der festen Überzeugung: nein. Auch um diesem Streit aus dem Weg zu gehen, haben die Experten des Büros Albert Speer & Partner das Sportstätten-Konzept verändert. Die Halfpipe-Wettbewerbe für Freestyler und Snowboarder sollen nicht mehr am Fuße des Hausbergs in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen werden, sondern im Münchner Olympiapark. Immer vorausgesetzt, die Wähler in der Stadt München und in der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen sowie in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land sprechen sich bei vier zeitgleichen Bürgerentscheiden am 10. November für die Bewerbung aus. Und das Internationale Olympische Komitee (IOC) erteilt Ende Juli 2015 den Zuschlag.

Dann würden auch wieder Flächen privater Eigentümer benötigt. „Aber nicht für die Sportstätten“, beteuert Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) auf Nachfrage unserer Zeitung. Es gebe diesmal keinen Grundbesitzer, der das vorliegende Konzept blockieren könne. Die erforderlichen Flächen seien nämlich entweder im Besitz der Kommune oder aber der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG (BZB), versichert Schmid. Oder sie seien durch langfristige Pistenverträge über 2022 hinaus bereits gesichert. Er räumt ein, dass die Planer Flächen von Eigentümern, die für den ersten Anlauf nicht verhandlungsbereit waren, diesmal ausgespart hätten. „Ich habe da zu vielen Vorschlägen gleich nein gesagt“, berichtet Schmid von den Planungen.

Erforderlich seien aber weiter Flächen im Umgriff der olympischen Schauplätze: am Olympia-Skistadion, am Hausberg und am Kreuzeck. „Die sind an jeder Sportstätte an einer Hand abzählbar“, meint der Bürgermeister. Gebraucht würden sie beispielsweise wie bei der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2011 für Parkplätze, Präsentationsflächen, Einrichtungen für Medien oder derlei mehr.

In den kommenden Wochen sollen die Grundeigentümer bereits von Vertretern der Gemeinde informiert werden, dass ihr Eigentum im Falle einer Bewerbung relevant sein könnte für die Spiele und sie Verhandlungen aufnehmen wollen. Informationen unserer Zeitung zufolge haben sich die drei Bürgermeister dabei auf eine Arbeitsteilung verständigt. Der Dritte Bürgermeister Hannes Krätz (Freie Wähler) wird wohl mit den Grundbesitzern rund ums Olympia-Skistadion sprechen, Zweite Bürgermeisterin Daniela Bittner will am Hausberg vorstellig werden, und Schmid selbst kümmert sich um die Flächen am Kreuzeck. Mit dabei sein sollen stets Vertreter des Vereins OlympiJa. Deren Vorstandsmitglieder Heinz Mohr, Christian Neureuther und Franz Reindl haben das veränderte Sportstättenkonzept mit der Einbindung von Ruhpolding für die Biathlon- und Langlauf-Wettbewerbe maßgeblich initiiert. Der Verein will sich auch dafür einsetzen, dass die Wiesen wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden.

Sollte sich bei den Verhandlungen indes herausstellen, dass der ein oder andere Eigentümer seine Flächen nicht hergibt, sieht Schmid trotzdem kein Problem: „Da sind wir flexibel.“

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