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Der Blick richtet sich auf Garmisch-Partenkirchen: Dort stehen die Olympia-Pläne zur Abstimmung.

Bürger entscheiden am Sonntag

Olympia 2022: Was passiert, wenn...

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Garmisch-Partenkirchen - Der Zeitplan ist straff. Am Sonntag entscheiden die Bürger in München und Garmisch-Partenkirchen sowie in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein über die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2022. Zwei Tage später tagen die Partner. Und dann?

Der gemeinsame Termin steht schon fest. Am Dienstag, wohl um 13.30 Uhr, wird Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) in einem Saal des Münchner Rathauses Platz nehmen. Für den Hausherrn, Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), sind es nur wenige Schritte. Erwartet werden auch Vertreter der Staatsregierung und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sowie die Landräte der beiden Kreise Berchtesgadener Land und Traunstein. Der Anlass ist klar: die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2022. Offen aber ist die Tagesordnung. Darüber entscheiden an diesem Sonntag die Bürger in den vier beteiligten Kommunen, darunter 21.732 Stimmberechtigte in Garmisch-Partenkirchen.

Spricht sich in nur einer Kommune eine Mehrheit gegen den Anlauf aus, dürfte die Stimmung am Dienstag im Münchner Rathaus im Keller sein – es gäbe dann keine Kandidatur. Die voraussichtliche Agenda in dem Fall: Analyse, Wunden lecken – und einen letzten Beschluss fassen. Die Gesellschafter der Kampagne 2018 müssten festlegen, dass die Bewerbungsgesellschaft endgültig aufgelöst wird. Liquidator Jürgen Bühl würde ihn weiter vollstrecken. Es wäre vermutlich für lange Zeit, das Ende aller Träume von Olympia.

Entscheiden sich die Bürger viermal mehrheitlich für eine zweite Bewerbung, sollte die Atmosphäre fröhlicher sein. Und die Tagesordnung länger. „Die Gesellschaftversammlung muss beschließen, die Bewerbung einzureichen“, erklärt DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. „Da reicht eine Seite.“ Der Brief mit der Absichtserklärung des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) muss bis Donnerstag, 14. November, beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) im schweizerischen Lausanne vorliegen. Danach würden die Partner die Umwandlung der Bewerbungsgesellschaft München 2018 in 2022 vereinbaren. „Die muss sofort loslegen“, sagt Vesper. Schließlich ist schon im März 2014 das Mini-Bid-Book abzugeben. Eckpfeiler des Personaltableaus scheinen zu stehen. „Wir wären schlecht beraten, wenn wir keine Vorstellungen hätten“, verrrät der DOSB-Generaldirektor. Bühl ist an Bord. Als Geschäftsführer könnte vom DOSB Bernhard Schwank zurückkehren, der die Position schon beim Anlauf für 2018 erfüllt hatte. Als Anwärter für bedeutende Positionen gelten auch Peter Fischer, Vorsitzender des Skiclubs Garmisch, und der Garmisch-Partenkirchner Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockeybundes.

Das Interesse der Medien an der Abstimmung im Werdenfelser Land ist unterdessen groß, zumal im Mai 2011 schon ein Bürgerentscheid stattfand. Damals sprachen sich 58,1 Prozent für die Bewerbung aus. Angekündigt haben sich bei Rathaussprecher Florian Nöbauer unter anderem das ZDF, der Bayerische Rundfunk und Servus TV. Mit ersten Ergebnissen auf den Monitoren, die im Foyer des Rathauses aufgebaut sind, rechnet er gegen 18.30 Uhr, das vorläufige Endergebnis könnte zwischen 19 und 19.30 Uhr vorliegen. Dazu sind 130 Wahlhelfer eingesetzt. Bis Freitagmittag hatten knapp 5000 Bürger per Briefwahl votiert. Nöbauer: „Das bewegt sich auf dem Niveau früherer Abstimmungen.“

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