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Hoch soll'n sie leben! Bürgermeister Thomas Schmid applaudiert den CSB-Mitgliedern, die ihn am Donnerstagabend am Flughafen München empfangen haben.

Olympia 2022? Ratsbegehren als Königsweg

Garmisch-Partenkirchen - Bevor sich Garmisch-Partenkirchen an der Seite von München und Schönau/Königssee für die Olympischen Winterspiele 2022 bewirbt, sollen die Bürger gefragt werden. Das fordern die Kommunalpolitiker.

Die Niederlage von Durban, wo München, Garmisch-Partenkirchen und Schönau mit ihrer Bewerbung für die Winterspiele 2018 bei den Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Mittwoch durchgefallen sind, scheint er verwunden zu haben. Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) richtet den Blick in die Zukunft – Richtung 2022.

Der 50-jährige Bürgermeister plädiert dafür, dass sich Deutschland und München dafür entscheiden und einen zweiten Anlauf wagen, die Winterspiele nach Oberbayern zu holen. „Wir haben uns sehr viel Positives erarbeitet, wir haben jetzt eine gescheite Planung und ein gutes Team. Ich denke, dass die Grundeinstellung im Ort dazu positiv ist“, sagt Schmid.

Anders als bei der gescheiterten Bewerbung will er versuchen, die Bevölkerung frühzeitig ins Boot zu holen, damit es nicht wieder zu einem Hauen und Stechen kommt und der Ort sich in zwei Lager spaltet. Er sieht sich zwar durch das Bürgerbegehren vom 8. Mai, als sich 58 Prozent pro Olympia aussprachen, legitimiert, bevorzugt aber trotzdem ein Ratsbegehren als Königsweg. „Ich bin dafür, eine Abstimmung im Ort zu machen.“

CSB-Fraktionsvorsitzender Dr. Peter Samstag und der Fraktions-Chef der Freien Wähler, Hannes Krätz, „halten diese Vorgehensweise für richtig“. Ob es dazu kommt, hängt letztlich davon ab, ob sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die Landeshauptstadt München Bund und Land entscheiden, erneut anzutreten.

„Zeitdruck ist gar nicht gut“, sagt Elisabeth Koch. Die Frontfrau der CSU im Gemeinderat – an sich eine bekennende Olympia-Befürworterin – warnt davor, sich ins nächste Olympia-Abenteuer zu stürzen, „bevor die Vergangenheit aufgearbeitet und abgeschlossen ist“. Sie fordert, der Ort solle sein Schicksal selbst in die Hand nehmen „unabhängig von einer diffusen Hoffnung auf Olympia“. Mit seinem Vorschlag, die Bürger frühzeitig in den Meinungsfindungsprozess einzubinden, rennt der ehemalige Parteikollege Schmid bei ihr offene Türen ein. „ Ich freue mich, dass der Bürgermeister meinen Vorschlag so bereitwillig aufnimmt.“

Ähnlich drückt sich Dr. Sigrid Meierhofer aus. Der Bürgermeister neige zu Schnellschüssen, sagt die SPD-Fraktionschefin. Sie spricht sich dafür aus, eine erneute Olympia-Bewerbung „ergebnisoffen zu prüfen. Von uns wird es keinen Blankoscheck geben“.

Peter Reinbold

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