Elisabeth Koch. foto: fkn

Olympia 2022: CSU stellt Bedingungen

Garmisch-Partenkirchen - Fünf-Punkte-Positionspapier definiert die Zustimmung für neues Bewerbungskonzept und fordert verbindliche Zusagen

Eindeutig positioniert hat sich der CSU-Chef. „Der Freistaat steht voll hinter Olympia 2022“, sagte Horst Seehofer am vergangenen Freitag beim Verbandstag der Bayerischen Landessport-Verbands (BLSV) in München. Der ganz großen Linie, die der bayerische Ministerpräsident vorgibt, will die örtliche CSU nicht so recht folgen. Ein Fünf-Punkte-Positionspapier zur Bewerbung von München, Garmisch-Partenkirchen, Ruhpolding und Königssee für die Winterspiele in neun Jahren haben die Christsozialen Regional-Granden Claus Gefrörer (CSU Garmisch), Wolfgang Bauer vom Ortsverband Partenkirchen und Elisabeth Koch, die Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, herausgebracht. Die CSU könne die Bewerbung nur unterstützen, wenn das Konzept für unsere Heimatgemeinde die Rahmenbedingungen der Vernunft und Verantwortung verbindlich einhält, heißt es in der Einleitung. Koch, Gefrörer und Bauer fordern innovative Wirtschafts- und Tourismusstrukturen, Verantwortung für Umwelt und Heimat, Finanzierung mit Vernunft, eine Bürgerbeteiligung und die Lösung der Tunnelfrage.

Koch räumt ein, dass das Positionspapier Maximalforderungen beinhaltet. So soll es in Garmisch-Partenkirchen kein „Snow Village“, also kein Olympisches Dorf, geben, weil das immense Kosten verursachen würde. „Wir sind der Meinung, dass wir ohne auskommen können“, sagt die 50-jährige Rechtsanwältin. Man müsse nur die bestehende Baulichkeiten - Koch denkt dabei an Hotels und die Patton-Kaserne - nützen. Die Risiken für Garmisch-Partenkirchen sollen auf ein Minimum reduziert werden. Die CSU lehnt deshalb eine finanzielle Beteiligung des Marktes „an Bewerbung und Durchführung“ komplett ab. Koch: „Wir verfügen einfach nicht über ein wirtschaftliches Aufkommen wie München und haben schon einmal viel Geld in den Sand gesetzt.“ Die Behauptung von Bürgermeister Thomas Schmid (CSB), eine erneute Olympia-Bewerbung komme Garmisch-Partenkirchen deutlich billiger als die für die Spiele 2018, nennt Koch „eine Milchmädchen-Rechnung“. Sie geht an ihrer Kritik an Schmids Fähigkeiten in Algebra noch mehrere Schritte weiter. „Rechnen gehört nicht gerade zur Kernkompetenz des Bürgermeisters, wie wir bei der neuen Schanze schmerzlich erfahren mussten.“

Unnachgiebig zeigt sich die CSU-Frontfrau vor allem bei den Tunneln und Umfahrungen. Sie will die Realisierung der Verkehrsinfrastrukturprojekte „unabhängig vom Erfolg der Olympia-Bewerbung“. Das sei ein wesentliches Kriterium, um den neuen Bewerbungskonzept zustimmen zu können und müsse in einem Vertrag festgehalten werden.

Die CSU-Bedingungen gingen bislang nur Schmid, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude und einer Auswahl handverlesener Journalisten zu. Ministerpräsident Horst Seehofer kennt das Schreiben nicht, obwohl Koch behauptet, in Kontakt zum Ministerpräsidenten und zum einstigen Leiter der Staatskanzlei Marcel Huber, derzeit Minister für Umwelt und Gesundheit, zu stehen, der bis 2011 in die Olympiabewerbung involviert war. Ob Seehofer es gut finden würde, was der Garmisch-Partenkirchner Ortsverband da zu Papier gebracht hat, wenn er es wüsste?

Peter Reinbold

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