Olympia: Münchner Bewerbung ohne Garmisch-Partenkirchen?

Garmisch-Partenkirchen - Olympia bleibt ein Thema. Bei einer erneuten Bewerbung für Winterspiele hält DOSB-Präsident Thomas Bach München für gesetzt. Es gibt aber nun Stimmen, die als Partner Berchtesgaden ins Spiel bringen – statt Garmisch-Partenkirchen. Eine Folge des Streits im ersten Anlauf.

Vor der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die an diesem Wochenende in Berlin stattfindet, ist die Diskussion einer weiteren Bewerbung Deutschlands für Olympische Spiele wieder hochgekocht. Bei Gesprächen von Politikern und Sportfunktionären geht es zum einen um den Zeitpunkt. Zum anderen geht es um mögliche Partner von München.

Immer häufiger ist in diesem Zusammenhang von Berchtesgaden die Rede, wenn München eines Tages erneut kandidieren würde – und nicht mehr von Garmisch-Partenkirchen.

„Noch ist das ein Gerücht“, sagte ein Vertrauter des DOSB am Freitag in Berlin, „aber nach dem ganzen Ärger in Garmisch-Partenkirchen bei der ersten Bewerbung gibt es diese Überlegungen.“ Gerade die Grundstücks-Diskussion habe geschadet. Der Ort sei durch seine Außendarstellung politisch wie sportpolitisch inzwischen isoliert, meint ein Vertreter eines Wintersportverbandes. Zurückhaltender, aber nicht weniger deutlich gibt sich ein Teilnehmer der Mitgliederversammlung: „Garmisch-Partenkirchen ist nicht verlässlich. Das gilt für alle Projekte und Investitionen.“ Da sei stets mit Widerständen zu rechnen.

Vergebliche Hoffnung? Kurz nach der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 an Südkorea ändert ein Fan der Bewerbung die Jahreszahl auf 2022.

Deshalb überlegten Politiker und Funktionäre, im Berchtesgadener Land einen starken Ort im Wintersport aufzubauen und dort neue Infrastruktur einzurichten.

Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) indes hält all das für Gerüchte und haltlose Spekulationen; die Meldungen von Nachrichtenagenturen, denenzufolge Berchtesgaden der neue alpiner Partner von München werden könnte, bezeichnet er als „Ente“.

Die Widerstände im Oberland, selbst der Bürgerentscheid, hätten bei der Vergabe der Winterspiele 2018 keine Rolle gespielt. Er gibt sich selbstbewusst: Der Ort habe exzellente Voraussetzungen für den Wintersport geschaffen. Die Kandahar beispielsweise sei einmalig. „Ich bin mir sicher, dass wir bei einer weiteren Bewerbung gefragt werden. Am Schluss entscheiden wir das auch selbst, ob wir mitmachen.“

Selbst die Grundstücksfrage sieht Schmid gelassen. „Die meisten Verträge gelten über 2018 hinaus. Nur vereinzelt wäre eine Verlängerung notwendig“, sagt er.

Matthias Holzapfel

Rubriklistenbild: © dpa

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