Ein Blick in die Zukunft: Wenn es nach einer im Bid Book veröffentlichten Grafik geht, könnte so eine der Szenen im Biathlon-Stadion des Nordischen Zentrums der Winterspiele 2018 in Schwaiganger aussehen. Der Blick richtet sich über die Wettkampfflächen gen Süd/Südwesten hin zum Langlauf-Stadion am Haupt- und Landgestüt selbst. GRafik: München2018/Gärtner und Christ

Bis zu 42 000 Olympia-Fans pro Tag

Schwaiganger - Bis zu 42000 Zuschauer werden pro Tag zur Olympia-Stätte Schwaiganger pilgern, vier Mal so viele, wie es zur Ski-WM-Eröffnungsfeier in Garmisch-Partenkirchen waren. Der Planungsstand:

Zwei Stadien soll es im Nordischen Zentrum der Olympischen Winterspiele 2018 geben. Eines für die Langlauf-Wettbewerbe und diejenigen der Nordischen Kombination direkt am Haupt- und Landgestüt Schwaiganger selbst, und eines für die Biathlon-Disziplinen weiter östlich auf dem Gestütsgelände in Richtung Großweil. Für Langlauf sind 4000 Sitz- und 16 000 Stehplätze, für Biathlon rund 7000 Sitz- und 15 000 Stehplätze vorgesehen.

Wie genau diese Stadien aussehen werden, welche Bauten zusätzlich nötig sein werden, das gehört laut Jochen Färber, Sprecher der Bewerbungsgesellschaft München 2018, in den Bereich der Ausführungsplanungen. Und soweit sei man noch nicht. Daran werde man sich erst machen, wenn Deutschland im Juli den Zuschlag für die Spiele bekommen sollte. Also gibt es jetzt auch keine näheren Details darüber, wie beispielsweise die Versorgung vor Ort aussehen wird, inwieweit heimische Firmen eingebunden oder Personal aus der Region rekrutiert werden kann.

Einige Schwaiganger-Fakten stehen allerdings jetzt schon fest: Zum nordischen Zentrum wird es nur einen Eingang für die Besucher am Gestüt geben. Von dort aus gelangen die Gäste zu den jeweiligen Wettkampfstätten. Die Staatsstraße 2062 wird im Bereich zwischen Autobahnausfahrt Großweil bis zum Abzweig nach Ohlstadt für die Zeit der Olympischen- sowie der Paralymischen Spiele gesperrt. Selbstverständlich werde es Ausnahmegenehmigungen geben, erklärt Färber, für Busse, Rettungsfahrzeuge, Feuerwehren, Dienstleister und so weiter. Für den Bereich Murnau seien keine Straßensperrungen geplant.

Fest steht auch, dass auf der Autobahn 95 so genannte Olympic-Lanes eingerichtet werden. Entlang dieser könnten zusätzliche Nothaltebuchten erforderlich werden. Vorgesehen ist der Ausbau einer vorhandenen Behelfsausfahrt in Höhe Pömetsried für die dort geplanten Parkplätze. Über die Anzahl der Stellplätze außerhalb der staatlichen Gestütsflächen kann Färber ebenfalls „en detail“ nichts sagen, „hier laufen gerade die Verhandlungen“. Die Zahl von rund 7000 für den Nord-Landkreis dementierte er nicht.

Und hier weitere Zahlen und Daten, die im Bid Book, das am 11. Januar dem IOC überreicht wurde, zu lesen sind: Sechs Wettkampftage für Biathlon und 12 für Langlauf/Nordisch sind angesetzt. Folglich werden an drei der 16 Wettkampftage Events beider Disziplinen ausgetragen. Für Schwaiganger rechnet man mit 27 Millionen Euro an Baukosten inklusive Rückbau der "ausschließlich temporären“ Bauten. Diese Kosten sind laut Färber finanziell abgesichert. 0,17 Hektar an Wald müssen gerodet werden, Biotope und andere geschützte Bereiche sind nicht betroffen. 65 000 Kilowatt-Stunden Strom werden gebraucht, 42 000 Kubikmeter Wasser aus der Loisach entnommen werden, 0,08 Kubikmeter pro Sekunde für eine Zeit von 65 Stunden, um die 10,5 Hektar an Loipen- und Funktionsflächen beschneien zu können. „Dabei handelt es sich um Technik- und nicht um den in Deutschland ohnehin nicht erlaubten Kunstschnee“, erklärt Färber, was heißt: Technik-Schnee beinhaltet keine chemischen Zusätze. Als Baubeginn sei die erste Hälfte des Jahres 2016 anvisiert, für die ersten Wettkämpfe Winter 2016/17. (sp)

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