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Olympia: Murnau fordert Antworten auf Fragenkatalog

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Murnau - Der Marktgemeinderat will Klarheit: Bürgermeister Michael Rapp soll sich um Antworten auf einen Fragenkatalog bemühen, damit klar wird, wie Olympia Murnau tangiert.

Michael Manlik hatte den Schritt angekündigt - und er ging ihn: Der Fraktionssprecher der SPD verlas am Donnerstagabend in der Sitzung des Gemeinderats einen Katalog mit „Fragen, die sich stellen“, seit bekannt geworden ist, dass der Bundeswehr-Standort Murnau in den Fokus der Olympiabewerbungs-Macher gerückt ist. Die Medienunterkünfte für rund 3700 Journalisten sollen auf mehrere Standorte verteilt werden. „Unter anderem“, verlautete aus der Staatskanzlei, nehme man dafür das Gelände der Werdenfelser Kaserne unter die Lupe.

„Es werden mehrere Alternativen geprüft“, erklärte Tanja Dorr von der Kommunikationsabteilung die Bewerbungsgesellschaft München 2018 am Freitag auf Anfrage. „Für Murnau spräche, dass keine temporären Bauten oder Neubaumaßnahmen nötig wären.“

Manlik aber will viel mehr Informationen. Er forderte letztlich mit Erfolg, der Gemeinderat solle sich seine Fragen zu Eigen machen und den Bürgermeister beauftragen, die Antworten „in den nächsten Tagen bei den zuständigen Stellen“ einzuholen. Er will unter anderem wissen, wohin die Soldaten während der Fremd-Belegung ausweichen werden und ob Pläne existieren, nach denen der Bundeswehr-Standort wegfallen soll. Und: Werde in der Kaserne ein Mediendorf geplant, „sind wir dann als Gemeinderat damit befasst oder handelt es sich um hoheitliche Aufgaben, so dass über unsere Köpfe hinweg entschieden wird?“

Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) erweiterte den Fragenkatalog. Ihn interessiert, welche Auswirkungen die Planungen zu Schwaiganger haben; auf dem Gestütsareal sollen die Langlauf- und Biathlonwettbewerbe ausgetragen werden. Zudem will Beuting geklärt wissen, ob Murnau bei Olympia als Umsteigebahnhof vorgesehen sei, ob Parkplätze errichtet und Sicherheitskräfte im Ort untergebracht werden sollen. „Peinlich“ nannte Beuting den Umstand, dass Vertreter von München 2018 Ende Oktober in Mexiko dem Internationalen Olympischen Komitee die bayerische Bewerbung präsentieren werden: „Wir als Vor-Ort-Betroffene sollten auch informiert werden.“

Bürgermeister Michael Rapp (CSU) reagierte zurückhaltend auf die Vorstöße. „Das sind Fragen, die eine Rolle spielen werden, wenn man die Sache geprüft hat.“ Er wolle abwarten, „was auf uns zukommt“. Damit erntete Rapp Widerspruch. Es sei „legitim“, dass der Bürgermeister nachfrage, meinte Holger Poczka, Vertreter von ÖDP/Bürgerforum.

Manlik legte nach: „Ich möchte nicht warten, wie die Prüfung ausgeht“, meinte er zu Rapp. „Ich will, dass der Gemeinderat Sie beauftragt, Fragen an die Staatskanzlei zu stellen. Das ist Ihr Recht und eigentlich Ihre Pflicht.“ Selbst Rapps Parteifreund Wolfgang Köglmayr plädierte für den Versuch, den Katalog abzuarbeiten. „Die Fragen sind in Ordnung und berechtigt.“

Murnau könnte zumindest die eine oder andere Antwort schon am Montag, 27. September, erhalten. Dann stellen Vertreter der Bewerbungsgesellschaft bei einer Pressekonferenz im Münchner Rathaus (10 Uhr) das Eckdatenpapier des Bid Books vor - und damit Näheres zu den möglichen Murnauer Plänen.

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