1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen

Olympia-Skistadion: Eine etwas marode Goldgrube

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Das Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen verfällt zusehends. Bei der Auslastung ist noch viel Luft nach oben. © Katrin Martin

Garmisch-Partenkirchen - Es gibt drei Olympiastadien in Deutschland: München, Berlin – und Garmisch-Partenkirchen. Die großen Arenen in den zwei Städten sind längst saniert und häufig Schauplatz von Veranstaltungen. Anders ist die Situation im Werdenfelser Land.

Im dringend renovierungsbedürftigen Skistadion von Garmisch-Partenkirchen bleibt die Auslastung neben dem Neujahrsspringen und ein paar Nachwuchs-Wettbewerben eher gering. Die gesperrte Westtribüne muss zum traditionellen Neujahrsspringen jedes Jahr für viel Geld überbaut werden, der Zustand des Mauerwerks ist marode. Das ist auch Rathaussprecher Florian Nöbauer bewusst. „Dieser Bereich stellt ein Riesenproblem dar.“ An eine Sanierung sei aber erstmal nicht zu denken. „Dafür fehlen die Fördergelder.“ Ideen zur Nutzung gebe es dagegen viele. „Da ist nur lange nichts passiert, weil alle auf den Olympia-Zuschlag geschielt haben.“

null
Im Münchner Olympiastadion finden jährlich 85 Veranstaltungen mit über 515.000 Besuchern statt. 87.000 besichtigen das Stadion, 26.000 machen eine Führung. © dpa

Als erstes Vorhaben soll eine Filiale der Tourist-Information am Stadion errichtet werden. Auch ein Olympia-Museum ist in Planung. Das ist Peter Nagel, Tourismusdirektor der Marktgemeinde, aber noch zu wenig. „Der Standort ist genial. Das Stadion ist Weltklasse“, sagt er – trotz  bröckelnder Bauten. Die naheliegende Partnachklamm besuchen jährlich 300.000 Touristen. Für den Schauplatz der Winterspiele von 1936 werden vergleichbare Zahlen geschätzt.

Bereits 2006 gab es Pläne, aus dem Olympia-Skistadion eine Art Sport-Erlebnispark zu machen, mit Wasserschanze, Flying Fox oder einem Singletrail für Mountainbiker.

Das Skistadion ist jedoch nicht nur ein touristischer Anziehungspunkt, sondern auch Trainings- und Wettkampfstätte. Nutzer sind der Skiclub Partenkirchen (SCP) sowie der Olympiastützpunkt. SCP-Präsident Michael Maurer befürchtet allerdings Einschränkungen für die Athleten durch eine multifunktionale Nutzung der Arena. „Events beschneiden den Sport und hinterlassen Schäden am Rasen.“ Den bräuchten die Sportler zum Trainieren sowie als Auslauf für die Mattenspringen im Sommer. Rückendeckung erhält er von Nöbauer: „Die Nachwuchsförderung steht ganz oben.“

null
Im Berliner Olympiastadion wurden vergangenes Jahr 150 Firmenevents verzeichnet, dazu an die 300.000 Touristen. © dpa

Der SCP hat die Schanze für 25 Jahre gepachtet, der OSP hat ebenfalls Nutzungsrechte und erhält Fördergelder von Bund und Land – zweckgebunden für den Sport. Die Unterhaltskosten trägt der Eigentümer: die Marktgemeinde.

Tassilo Pritzl

Auch interessant

Kommentare