Olympische Winterspiele 2018: Verhandlungen laufen weiter

Garmisch-Partenkirchen - Trotz neuen Streits sehen die Gesellschaft und die Marktgemeinde die Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 als gesichert an.

Siegfried Schneider ist ein gestandener Minister, der schon für höhere Positionen gehandelt worden ist. Gerade, seit er die Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 in Garmisch-Partenkirchen gerettet haben soll. Doch an diesem Abend könnte sich der erfahrene Politiker vorgekommen sein wie ein Schulbub.

Ludwig Seitz, Rechtsanwalt jener über 60 Grundstückseigentümer, die für die Winterspiele keinen Meter Wiese bereitstellen und auch nicht länger verhandeln wollen, ließ den CSU-Minister und seinen Abteilungsleiter Christian Barth am Freitag erst einmal warten. Zunächst wollte Seitz die Besucher im Gasthof Lamm auf die nächsten Stunden vorbereiten. Danach stand eine geschlossene Front. Mit anderen Worten: Schneider war zu einem Treffen eingeladen worden, um zu erfahren, dass es nichts zu verhandeln gibt. Seitz betont indes, dass es ein „gutes Gespräch“ gewesen sei. Es habe damit geendet, dass mehrere Mandanten aufgestanden seien und dem Minister ihre Wertschätzung ausgedrückt hätten. „Sie baten um Verständnis für ihren Standpunkt“, sagt Seitz. Schließlich seien sie über eine lange Zeit enttäuscht und von oben herab behandelt worden.

Dass die Ablehnung der Grundstückseigentümer die Bewerbung noch zu Fall bringen oder zumindest entscheidend schwächen könnte, fürchten die Bewerbungsgesellschaft in München und die Gemeinde nicht. „Nein, das können sie nicht“, stellt Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) fest. Unter den Grundbesitzern soll es etliche geben, die sich in der Vergangenheit von ihm oder anderen Gemeindevertretern übers Ohr gehauen fühlten und einer Lösung deswegen nicht zustimmen können. „Wir werden am 11. Januar 2011 dennoch eine erfolgversprechende Bewerbung abgeben“, sagt Schmid. Der Sprecher der Bewerbungsgesellschaft, Jochen Färber, betont, dass es sich bei diesen Gesprächen um Flächen für Parkplätze, Zelte und derlei mehr handle. Die Sportstätten seien sicher. Dazu hat Schmid eine gute Nachricht zu verkünden: Die USA hätten nun zugesichert, dass der „Amihang“ am Hausberg für Olympia 2018 zur Verfügung stehen würde. Dort sind die Snowboard- und Freestyle-Wettbewerbe geplant.

Unverdrossen arbeiten die Experten am Bid Book. Die Pläne im Ort sieht Schmid als „Zielvorgabe“. Es gebe einige Grundstücke, die daher „wünschenswert“ seien; wenn diese nicht zur Verfügung stehen, gebe es Alternativen. Färber sagt, für das IOC sei es nicht entscheidend, ob ein Parkplatz fünf Meter weiter rechts oder links liege.

Wie wichtig die fehlenden Grundstücke sind, lässt sich nicht beurteilen. Bewerbungsgesellschaft und Markt wollen diese Flächen nicht benennen. Ein Indiz für die Bedeutung könnte sein, dass Minister Schneider weiter verhandeln will. Das hat er angekündigt. Auch mit dem Anwalt. (matt)

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