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Anstoßen auf den Erfolg: (v.l.) Katharina Neuner (Brauerei Mittenwald), Eddie Schneidermeier, Christoph Szonn (Veranstalter Middlewood), Hannes Kaltenhauser, Patrick Lange und Dennis Burk (Radio Oberland).

Doku „Unsichtbares Land“ erstmals in der Marktgemeinde präsentiert

Open-Air-Kino in Mittenwald: Premiere fesselt das Publikum

Film-Zeit in Mittenwald: Zum siebten Mal hat der Middlewood-Verein das Open-Air-Kino in der Puit organisiert. Wieder ist es auf große Resonanz gestoßen. 

Mittenwald – Die siebte Auflage des Open-Air-Kinos unterm Karwendel kann als absolut geglückt bezeichnet werden: Die Veranstalter, der Middlewood-Verein, dürfen sogar einen Besucherrekord verzeichnen. Filmfans saßen in der Kuranlage Puit gemütlich zusammen, um sich beim diesjährigen „Kino unterm Karwendel“ sechs ganz besondere Filme anzusehen. Besonders die Doku „Unsichtbares Land – auf den Spuren von Alois Irlmaier“ überzeugte auf ganzer Linie.

Sie sind wieder da. Die beiden Filmemacher Hannes Kaltenhauser und Patrick Lange haben noch eine ganz besondere Erinnerung an Mittenwald: Nämlich den hiesigen Eissportverein. „Als wir selbst noch Eishockey gespielt haben, hatten wir immer einen Riesen-Respekt vor den Mittenwaldern“, gesteht Kaltenhauser heute lachend. „Die waren immer kräftig beinander“. Am Donnerstag-Abend brauchten sich die beiden allerdings nicht vor ruppigen Eishockey-Spielern fürchten. Im Gegenteil, sie wurden lange beklatscht und bejubelt, während der Abspann ihrer 30-minütigen Doku über den bayerischen Hellseher Alois Irlmaier lief. Geschaffen haben sie gemeinsam mit Kameramann Eddie Schneidermeier ein mit stillen Tönen erzähltes Werk für die Ewigkeit.

Über den Bayer Alois Irlmaier wird im Freistaat bis heute noch wegen seiner besonderen Begabung gesprochen. Er konnte Ereignisse scheinbar vorhersehen. Dies brachte ihm den Ruf eines Hellsehers ein. Den Rummel allerdings, den der Ruf über seine Person verursachte, konnte er allerdings nie so richtig nachvollziehen. Die drei Filmemacher begaben sich deshalb über sechs Jahre lang auf Spurensuche und rekonstruierten anhand von Zeitzeugen das Leben des doch recht einfachen Mannes, der 1959 in Freilassing starb.

In Mittenwald zeigten sie die Doku, die vor drei Jahren im Bayerischen Rundfunk anlief, zum ersten Mal öffentlich. „Wir waren sehr gespannt auf die Reaktionen“, so Kaltenhauser, der mit seinen beiden Kollegen im Publikum saß. Richtig stolz war er, als es im Anschluss minutenlang Applaus gab. „Während des Films war es sehr ruhig. Er hat wohl viele bewegt“, so der Filmemacher.

Im Anschluss wurde als Hauptfilm die Tragikomödie nach wahrer Begebenheit „Mein Blind Date mit dem Leben“ vorgeführt, in dem ein junger Bursche versucht, eine Lehre im Münchner Nobelhaus „Bayerischer Hof“ zu absolvieren. Was die Ausbilder allerdings nicht wissen: Ihr Azubi ist so gut wie blind.

Der Freitag zeigte die sehr eigene Komödie „Der Hund begraben“ von Regisseur Sebastian Stern, der ebenfalls gemeinsam mit Produzenten Ralf Zimmermann in Mittenwald vor Ort war. Am besten besucht war der Samstag-Abend mit dem Hauptfilm „Willkommen bei den Hartmanns“. Der Film handelt von einer deutschen Familie, die einen Flüchtling bei sich aufnimmt. Trotz unbeständigem Wetter waren die Gäste stets „bei guter Laune“, wie Organisator Christoph Szonn versichert. „Die Stimmung war der Hammer“.

Josef Hornsteiner

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