Hammer-Urteil im Diesel-Skandal gegen VW: BGH-Entscheidung ist gefallen

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59 Opfern Zuflucht gewährt

Murnau - Das Murnauer Frauenhaus hat im vergangenen Jahr 28 misshandelten Frauen und 31 Kindern Zuflucht gewährt. In den vergangenen 22 Jahren fanden dort 695 Frauen eine sichere Bleibe.

Entkräftet, misshandelt, niedergeschlagen: So kommen Schutzsuchende oft im Murnauer Frauenhaus an. Die Einrichtung hat seit der Gründung vor 22 Jahren insgesamt 695 Frauen eine sichere Unterkunft geboten. „Es ist ein Zufluchtsort für Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, die physische, psychische oder sexuelle Misshandlungen erfahren haben“, erklärt Leiterin Susanne Schägger. 28 Frauen und 31 Kinder beherbergte die Einrichtung im vergangenen Jahr, im Schnitt blieben sie 33 Tage. Seit 14 Jahren führt Schägger das Haus des Sozialdienstes katholischer Frauen. Die Schutzsuchenden tragen oft „sichtbare Wunden“. Der schlimmste Fall, den die Sozialarbeiterin erlebt hat, war eine Frau, die „ein komplett zerschlagenes und geschwollenes Gesicht“ hatte. Dies sei „Gott sei Dank eine Ausnahme.“

Nach der Ankunft im Frauenhaus werden die Hilfesuchenden, wenn nötig, zuerst an einen Arzt oder die Unfallklinik weitergeleitet. Oft werden die Misshandelten auch durch die Polizei oder durch Arztpraxen vermittelt. Tagsüber begleiten Mitarbeiter die Opfer, nachts sind sie auf sich allein gestellt. Das Frauenhaus versucht, die Selbstständigkeit der Bewohnerinnen zu bewahren. So sind diese beispielsweise dafür verantwortlich, für ihre Familien einzukaufen und zu kochen. Das Ziel ist klar: „Wir versuchen, die Frauen zu stabilisieren. Wenn wir wissen, dass sie in der Gegend bleiben wollen, vermitteln wir sie gegebenenfalls an einen örtlichen Therapeuten weiter“, sagt Schägger. Ziel sei letztendlich, den Frauen eine Wohnung zu suchen, in der sie gemeinsam mit ihrer Familie den Alltag wieder selbstständig meistern können.

Die Leiterin zieht ein positives Resümee ihrer bisherigen Amtszeit. So habe sich „die Kooperation mit den Polizeidienststellen im Landkreis deutlich verbessert“. Sehr am Herzen liegt ihr das Projekt „PräGe-Prävention von häuslicher Gewalt“. Dies sei ein „speziell entwickeltes Konzept für Schulen, das etwa zwei Stunden dauert und von Lehrern gebucht werden kann“, berichtet sie. Jugendliche ab der siebten Jahrgangsstufe lernen das Thema häusliche Gewalt kennen und werden gestärkt, sich zu schützen, eigene Grenzen wahrzunehmen und sich frühzeitig Unterstützung zu holen.

Für die Zukunft wünscht sich Schägger, dass die Finanzierung einfacher geregelt wird. Außerdem will sie die Bildung einer Interventionsstelle, gekoppelt mit einer Täterberatungsstelle, im Landkreis vorantreiben. Eine derartige Männerberatungsstelle, wie sie bereits in Rosenheim und München existiert, wäre aus ihrer Sicht eine sinnvolle Einrichtung, um die Übergriffe auf Frauen zu verringern. (fa)

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