Sehnt das Ende der Kirchen-Sanierung herbei: der Garmischer Pfarrer Martin Karras. foto: Schäfer

Ordinariat gibt Stein seinen Segen

Garmisch-Partenkirchen - Der Streit, welcher Boden in der sanierten Garmischer Pfarrkirche St. Martin verlegt werden darf, ist nach Monaten endlich beendet. Jetzt beginnt die Suche nach geeignetem Material.

Monatelang währte der Zwist zwischen dem Erzbischöflichen Ordinariat München-Freising und der Garmischer Pfarrei. Am Boden, der in der sanierten St.-Martins-Kirche verlegt werden soll, schieden sich die Geister. Holz oder Stein - das war die strittige Frage (wir berichteten). Jetzt steht fest: „Der Beschluss der Kirchenverwaltung von St. Martin wird nun umgesetzt, es wird also ein Steinboden angestrebt“, bestätigt Bettina Göbner, Sprecherin des Erzbischöflichen Ordinariats.

Die Vertreter der Garmischer Pfarrei hatten jüngst ihre früheren Forderungen für einen Steinboden bekräftigt. Davon hatte sie weder der bis Oktober 2011 verhängte Baustopp noch eine neuerliche Begehung im Februar abbringen können. „Jetzt sind wir froh über den schriftlichen Bescheid“, betont Kirchenpfleger Josef Gröschl. „Auch die geplante Absenkung des Altarraums und das Wiederanbringen eines so genannten Speisgitters sind damit vom Tisch.“

Vorangegangen war besagte Ortsbegehung. Neben Pfarrer Martin Karras und Architekt Wolfgang Utz hatten daran auch Hans-Jürgen Dennemarck vom Ressort Bauwesen und Kunst des Ordinariats sowie Dr. Nikolaus Könner vom Landesamt für Denkmalpflege teilgenommen. „Wir haben uns im Kreis gedreht, abermals das Für und Wider zwischen Holz- und Steinfußboden erörtert“, erinnert sich Karras an den Termin. Dass somit in den Monaten seit der Aufhebung des Baustopps wieder nichts passiert ist, ärgert den Seelsorger ungemein.

Zur Erinnerung: Seit April 2009 ist das Gotteshaus bereits geschlossen. Die begonnene Innensanierung geriet ins Stocken, als Feuchtigkeit im Fußbodenbereich festgestellt und das ganze Ausmaß der Sanierung samt Kosten bekannt wurde.

Um den Steinboden kämpften die verantwortlichen Garmischer Katholiken, weil für sie die Vorteile klar auf der Hand liegen: Strapazierfähigkeit und Langlebigkeit, geringer Pflegeaufwand und Gesamterscheinungsbild. Auch der Kostenfaktor - 92 000 Euro für einen Holzboden, 6000 Euro mehr für Stein - fällt nicht ins Gewicht. Einzig der Bereich der Kirchenbänke, darin sind sich alle einig, behält den historischen, allerdings stark sanierungsbedürftigen Holzboden.

Das Landesamt für Denkmalpflege ist vom Holzboden absolut überzeugt und prüft angesichts der neuen Entwicklung seine Zuschüsse. Derweil nutzte Architekt Utz die Zeit, um den richtigen, atmungsaktiven Stein zu finden. Mit Solnhofer Naturstein-Platten und ihren baubiologisch günstigen Eigenschaften war er einer Lösung bereits ganz nah. „Jetzt stellt sich allerdings heraus, dass eine Münchner Kirche, die mit diesem Stein ausgelegt ist, Probleme mit Feuchtigkeit hat“, erklärt er. Die Suche geht also weiter. Trotzdem sehen er und Karras, der die Gemeinde bekanntlich im Sommer verlässt, Licht am Ende des Tunnels. Nach der jetzt endgültigen Entscheidung des Ordinariats hoffen sie auf eine schnelle Wiederaufnahme der Baumaßnahmen. Karras geht sogar noch einen Schritt weiter: „Ich würde der Gemeinde St. Martin wünschen, Weihnachten wieder in ihrer Pfarrkirche feiern zu dürfen. (msch)

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