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Angetan, aber auch skeptisch: Bürgermeister Rolf Beuting. 

In den 1990er Jahren gab es Probebetrieb

Forderung nach Ortsbus für Murnau

Murnau - Vernünftige Anbindung, vernünftiger Takt: Grünen-Politikerin Veronika Jones schlägt vor, einen Ortsbus einzuführen. Der Bürgermeister blickt aber skeptisch auf die Kosten.

Anreize schaffen, dass die Bürger aufs Auto verzichten, das hält Veronika Jones (Bündnis 90/Grüne) für sinnvoll. Daher hat die Gemeinderätin nun vorgeschlagen, in Murnau zusätzlich zum Staffelsee-Bus einen Ortsbus einzuführen. Der Antrag wurde im Energie-, Umwelt- und Verkehrsausschuss behandelt.

„Es ist langsam an der Zeit, ein Umdenken zu erreichen“, betonte Jones. Ihr schwebt eine „vernünftige Anbindung aller Ortsteile zu einer vernünftigen Taktung“ vor. „Ein Bus, der nur einmal in zwei Stunden fährt, ist keine Alternative zum Auto.“ Jones will einen, der alle 20 Minuten unterwegs ist.

Grundsätzlich sei es ein wichtiges Anliegen, den öffentlichen Personennahverkehr zu stärken, fand auch Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). „Aber man muss den Blick auf das Machbare behalten.“ In anderen Orten würden hohe sechsstellige Beträge für einen Ortsbus aufgewendet. „Ich zweifle, dass sich der Markt Murnau das leisten wird können.“

Eine von Veronika Jones angeregte Bürgerbefragung betrachtete der Murnauer Rathauschef eher skeptisch. Das Ergebnis sei vorhersagbar. „Die meisten würden sich das wünschen, ob das Angebot dann auch angenommen wird, steht auf einem anderen Blatt Papier.“

Erst vor einigen Wochen 

hat der neue Staffelsee-Bus seinen Betrieb aufgenommen. Er verkehrt von Grafenaschau über Seehausen nach Murnau – vorerst im Probebetrieb für drei Jahre. Jones hätte jedoch gern eine „weit größere Lösung“.

Mehrere Ausschussmitglieder rieten jedoch, erstmal zu schauen, wie der Staffelsee-Bus angenommen wird. Der Ausschuss beschloss am Ende, Angebote für eine Bestandsanalyse einzuholen. Ein Büro für Mobilitätsforschung könnte die Studie dann anfertigen. 

In der Marktgemeinde Murnau war bereits im Jahr 1993 über einen Ortsbus nachgedacht worden. Damals gab es dann auch einen mehrmonatigen Probebetrieb. An Fahrgeld wurden damals gut 5000 Mark eingenommen. Die Ausgaben betrugen rund 60 000 Mark.

Roland Lory

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