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Bleibt sie oder kommt sie weg? Diese Frage ist jetzt geklärt: Die große Kastanie am Max-Streibl-Platz in Oberammergau wird gefällt

Entscheidung des Bauausschusses

Max-Streibl-Platz: Kastanie muss weichen

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Oberammergau - Ein neues Gesicht wird der Max-Streibl-Platz in Oberammergau bekommen - Planer machen sich jetzt an die Arbeit. Beschlossen wurde, dass die große Kastanie dabei hinderlich ist.

Seit 20 Jahren und noch länger wird in Oberammergau nun darum gerungen, wie der Platz vor dem Museum, auf dem eine große Kastanie steht, gestaltet werden soll. 1999 gab es schon mal einen Künstlerwettbewerb, dass ein Brunnen dorthin kommen soll – was letztlich doch nicht umgesetzt wurde. Die schwere Bürde, hier eine Entscheidung treffen zu müssen, hatten am Dienstagabend neun Gemeinderäte des Bauausschusses zu tragen. Und tatsächlich, nach erneuter 40-minütiger Debatte, gab es einen spannungsreichen Beschluss: 1. Der mächtige Baum kommt weg (7:2-Abstimmung, dagegen Florian Schwarzfischer/BIO und Andreas Rödl/CSU); 2. Der von dem Künstler Robert Harbauer gestaltete Erzählsäule-Brunnen an der Sparkasse wird am Max-Streibl-Platz aufgestellt (9:0).

Mit der Thematik hatte sich zuletzt schon der Gemeinderat Anfang Oktober befasst, als es darum ging, ob der Platz in den Wettbewerb im Rahmen der Städtebauförderung mit aufgenommen werden sollte. Mit 15:4-Stimmen gab es dafür eine klare Mehrheit – jedoch erst nach einer längeren kontroversen Diskussion, die die anwesende Architektin Petra Schober, die der Gemeinde beim Wettbewerb beratend zur Seite steht, zu der Aussage veranlasste: „Man spürt, dass der Max-Streibl-Platz ein Politikum ist.“

"Eine Frage des Geschmacks"

In seiner Sitzung am Dienstag hatte nun der Bauausschuss die gewünschten Vorgaben zur Platzgestaltung beziehungsweise -nutzung festzulegen. Erneut gingen die Meinungen hinsichtlich der künftigen Optik auseinander. Andreas Rödl argumentierte, „dass wir vor einer Neugestaltung des Platzes schon klären müssen, ob die Kastanie weg soll oder nicht“, und Katharina Floßmann (Frauenliste) vertrat die Ansicht, „dass dies kein gutes Thema für einen Gemeinderat ist, weil es hier um eine Frage des Geschmacks geht“. Vielleicht sei ein Blick von außen hilfreicher. Wolfgang Proksch (Mit Augenmaß) erinnerte daran, dass der Werkausschuss einmal beschlossen habe, dass die Figuren auf der Westseite des Museums besser hervorgehoben werden sollten und der Kastanienbaum die Sicht störe.

Entschieden plädierte schließlich Karl-Heinz Götz (Freie Wähler) dafür, den Brunnen an der Kreissparkasse („Da ist die ganze Geschichte des Ortes drauf“) auf den Max-Streibl-Platz zu versetzen.

Nacheinander stimmte der Ausschuss dann über verschiedene Beschlussvorschläge ab – im Einzelnen:

Den Planern sollen keine weiteren Vorgaben gemacht werden - 2:7

Der Kastanienbaum ist zu erhalten – 2:7

Die Westfassade des Museums soll besser zur Geltung kommen – 8:1

Der Brunnen am Kreuzungspunkt Schnitzlergasse/Dorfstraße ist an den Max-Streibl-Platz zu verlegen; die Rottwagenskulptur von Hubert Lang soll am bisherigen Standort des Brunnens oder an anderer Stelle im Ort installiert werden – 9:0

Der Max-Streibl-Platz soll weiterhin für Veranstaltungen geeignet sein – 9:0

Nur die derzeitige Kiesfläche ist zu überplanen – 6:3.

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