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So soll er einmal ausschauen, der neugestaltete Sternplatz in Oberammergau nach Abschluss der Baumaßnahme im Jahr 2019.

Löschzwerge gegen politisches Feuer

Ortsgestaltung Oberammergau: Sternplatz wieder in der Diskussion

In viele Sitzungen haben sich die Gemeinderäte in Oberammergau schon mit dem Sternplatz in Oberammergau befasst - jetzt wieder. Am Ende haben sie die Ausschreibung beschlossen. Baubeginn ist für April geplant. 

Oberammergau – Politik ist meistens eine strohtrockene Materie. Ernsthaftigkeit soll die Diskussionen prägen. Im Oberammergauer Gemeinderat, da sorgt mitunter Michael Fux von den Freien Wählern für Auflockerung: Mal kommt er mit einem Roller in den Sitzungsraum gefahren, mal trägt er ein freches T-Shirt und jetzt vor dem Rätetreffen am Mittwoch verteilte er an seine Kollegen kleine Löschzwerge (spezielle Biersorte aus dem Schwäbischen) – mit Christbaumkugeln: „Weil ja bald Weihnachten ist“.

Indes: Mit der locker-lässig-flockigen Stimmung war’s schnell wieder vorbei, als es um die Neugestaltung der Ortsmitte und speziell um die öffentliche Ausschreibung der Maßnahme, die auf 1,7 Millionen Euro veranschlagt ist, ging. Die kontroverse, fast einstündige Diskussion gipfelte in einem Ausspruch von Florian Schwarzfischer (Liste BIO) an Bürgermeister Arno Nunn gerichtet: „Sie wollen die Angelegenheit doch nur schnell Punkt für Punkt durchziehen. Wenn Anwohner um ihre Existenz fürchten, sitzen Sie da und schmunzeln vor sich hin.“

Diverse Sitzungen über das Thema

In diversen Sitzungen, Arbeitsgruppen-Treffen, Info-Veranstaltungen und Ortsterminen in diesem Jahr hatten sich Lokalpolitiker, Planer und Bürger über das neue Gesicht des Sternplatzes und den anschließenden Teil in Richtung Pfarrkirche ausgetauscht. Im Mai wurde das Konzept auch im Rahmen einer Bürgerversammlung vorgestellt.

Dennoch ging es am Mittwoch einmal mehr ins Detail dieser Pläne, die für das Münchner Büro t17 – gewann den Architektenwettbewerb – Inhaber Manfred Kerler und Mitarbeiter Florian Forster vorstellten. Vor allem die Anzahl der künftigen Parkplätze geriet in den Fokus. Kristina Rupprecht (BIO) monierte, dass künftig sieben Stellplätze für Autos wegfielen. Auch „der fehlende Dialog mit den Anliegern“ missfiel der Gemeinderätin. Darauf erwiderte Bürgermeister Arno Nunn: „Das stimmt einfach nicht. Wir haben die Bürger immer wieder informiert. Wenn sie dann kein Interesse zeigen und zu Infoabenden nicht erscheinen, können wir nichts dafür.“ In einem Schreiben, das verlesen wurde, beklagte die Familie Gerold als unmittelbare Anlieger des Sternplatzes und Betreiber einer Metzgerei, dass in einer ohnehin schwieriger gewordenen Situation der Wegfall von sechs Parkplätzen den Fortbestand des Geschäfts weiter bedrohe. Zur Information: Am neugestalteten Sternplatz wird es künftig nur mehr vier Kurzzeitparkplätze geben. Andi Rödl (CSU) schlug vor, der Bauausschuss möge sich noch einmal Gedanken darüber machen, wo in den Seitengassen zusätzliche Parkplätze geschaffen werden könnten. Auch die Standorte der Bäume und die neuen Bänke (Peter Held: „Zu städtisch“ – Simon Fischer: „Werden die fest verankert?“) waren Thema.

Grundsätzliches Problem mit dem Prozedere

Generell ein Problem mit dem Prozedere in dieser Sache hat Florian Schwarzfischer: „Ein Dialog hat nicht stattgefunden. So eine Maßnahme macht nur Sinn, wenn man die Leute vor Ort mitnimmt.“ Wolfgang Proksch (Mit Augenmaß) wandte sich an Schwarzfischer, „keine politischen Reden zu halten und endlich Mehrheitsbeschlüsse zu akzeptieren“. Eugen Huber (Mit Augenmaß) warf ein, dass man doch durch die Neugestaltung des Platzes die Aufenthaltsqualität verbessern möchte und mehr Parkplätze alles wieder kaputtmachen würden.

Schließlich dann die Entscheidung: Mit 16:3-Stimmen entschied das Gremium, die Maßnahme auszuschreiben. Die Vergabeempfehlung soll dann nochmal im Gemeinderat vorgestellt werden. Ein Baustart ist für April 2018 ins Auge gefasst. Wenn alles glatt geht. Und Löschzwerge nicht erst wieder das politische Feuer eindämmen müssen.

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