Hier kommt der Tunnel raus: Bürgermeisterin Isabella Blaha zeigt auf das künftige Südportal. Foto: tomaschek

Ortsumfahrung und Lawinenschutz: Kompaktlösung nicht möglich

Mittenwald - Wäre die große Variante über bayerischen Boden billiger gewesen? Nicht wenige fragen sich das, nachdem die Scharnitzer Umfahrung beschlossen wurde. Straßenbau-Experten verneinen das.

„Wir haben’s versucht“, meint die Scharnitzer Bürgermeisterin Isabella Blaha. Doch ihrem Wunsch, die künftige Umgehungsstraße im Norden auf deutschem Grund großzügig in die B 2 einschleifen zu lassen, erstickten die bayerischen Verhandlungspartner bereits im Keim - aus Naturschutzgründen. „Da hätte man sich einiges gespart“, bedauert Blaha - vorallem bei der millionenträchtigen Lawinenverbauung an der Marchklamm. Denn bei der großen Lösung übers Ried wäre die Bundesstraße nicht mehr unmittelbar unterhalb des Brunnsteins verlaufen.

Doch derlei Planspiele verweist Günther Grafwallner vom Staatlichen Bauamt Weilheim ins Reich der Fabel. Die getroffene Variante sei „die wirtschaftlichste Lösung“, stellt er klar. Denn jeder zusätzliche Meter Tunnel würde mindestens 10 000 Euro mehr kosten. Nicht zuletzt deshalb müssen die Österreicher auf ihrem Boden die 32 Millionen teure Umfahrung mit einem 908 Meter langen Tunnel hinbekommen.

Das nehmen die Tiroler den naturbeflissenen Nachbarn allerdings nicht übel. „Die Abstimmung mit den bayerischen Freunden verläuft sehr gut“, bestätigt Florian Kurzthaler, Pressesprecher von Landeshauptmann-Stellvertreter Toni Steixner.

Geeinigt haben sich die Tiroler und Bayern nach jahrelangem Ringen wenigstens bei der lawinengefährdeten Marchklamm. Eine Galerie soll für alle Beteiligten die Lösung bringen. Im Raum stehen für diese grenzüberschreitende Maßnahme rund 8,5 Millionen Euro. Der richtige Schritt, meint Straßenbau-Experte Grafwallner. Denn dadurch sei sowohl die Bahnstrecke als auch die B2 für immer lawinensicher. Obendrein sind sich alle einig, dass die Scharnitzer Umfahrung und die Marchklamm-Galerie gleichzeitig umgesetzt werden müssen. Denn was würde eine Umgehung an der Porta Claudia nutzen, wenn an schneereichen Tagen wenige Meter davor die Landesgrenze wegen Lawinengefahr dicht gemacht werden muss.

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